Archäologische Denkmäler integriert

Karthago, Rom, das Oströmische Reich und natürlich auch die spanischen Herrscher haben in Carthagena ihre Spuren hinterlassen. Entsprechend reich ist das archäologische Erbe in der spanischen Hafenstadt. In den vergangenen Jahren ist es hervorragend gelungen, dieses archäologische Erbe in das Stadtbild zu integrieren, wobei die Euopäische Union die ehrgeizigen Schutzprojekte gefördert hat.

 

Von internationaler Strahlkraft dürfte das im ersten Jahrhundert vor Christus erbaute Römische Theater sein, das heute vor allem über den modernen Museumsbau erschlossen wird. 

 

Bis 1988 wusste man nicht, dass es in der Stadt ein so gut erhaltenes anitkes Theater hat. Dieses wurde erst beim Abbruch einer alten Markthalle und einfacher Arbeiterhäuser entdeckt. Bis 2006 wurde die komplette Anlage gesichert und durch das Museum ergänzt, das sich nicht nur wegen seiner Originalexponate, sondern vor allem wegen seiner spektakulären Architektur auszeichnet.

Zur Geschichte von Cartagena (aus Wikipedia)

Cartagena ist eine Stadt mit Seehafen im Südosten Spaniens. Sie hat 216.301 Einwohner (Stand: 1. Januar 2015) und ist damit die zweitgrößte Stadt der Region Murcia. Cartagena liegt an einer tiefen Bucht der Costa Cálida („Warme Küste“) direkt am Mittelmeer und ist einer der bedeutendsten Handelshäfen Spaniens und die größte Marinebasis am Mittelmeer. Die Stadt ist Sitz des Parlaments der Region Murcia sowie Bischofssitz. Es besteht eine Eisenbahnverbindung in die Stadt Murcia.

 

Bereits vor 50.000 Jahren lebten Neandertaler im Gebiet der heutigen Stadt, was unter anderem durch den Fund von farbig bemalten Muschelschalen in der Kalksteinhöhle Cueva de los Aviones belegt ist. An der Stelle des heutigen Cartagena lag die wohl von Iberern erbaute Stadt Massia oder Mastia, die aufgrund ihrer Silberbergwerke bedeutenden Handel treiben konnte. Diese iberische Vorgängersiedlung Cartagenas wurde 227 v. Chr. von Hasdrubal als Qart-ḥadašt, was im Phönizisch-Punischen „Neustadt“ bedeutet, also unter gleichem Namen wieKarthago, neu gegründet und war Flotten- und Militärstützpunkt, faktisch die Hauptstadt der Karthager auf der Iberischen Halbinsel. Von hier brach Hannibal am Beginn des Zweiten Punischen Krieges (218 v. Chr.) nach Italien auf. Für die Römer war die Eroberung der Silberlagerstätten ein wichtiges Kriegsziel. Sie eroberten die Stadt unter Publius Cornelius Scipio Africanus 209 v. Chr. und nannten sie Carthago Nova. Bis zum 6. Jh. n. Chr. blieb Carthago Nova die wichtigste Silberabbauregion des römischen Reiches. Nach Polybios arbeiteten hier 40.000 Menschen in den Silberbergwerken.

 

Anfangs zur römischen Provinz Hispania citerior gehörig, wurde sie später zur Provinz Tarraconensis gerechnet. Gaius Iulius Caesar erhob die Stadt 45 v. Chr. zur colonia, die seither den Namen Colonia Urbs Iulia Nova Carthago oder Colonia Victrix Iulia Nova Carthago trug. Unter Diokletian wurde sie 297 Hauptstadt der nach ihr benannten ProvinzCarthaginensis. 425 wurde sie durch die Vandalen zerstört, wohl 475 westgotisch, 554 erneut (ost)römisch, 625 wiederum westgotisch. 711 kam sie nach dem Untergang des Westgotenreichs zum Reich Todmirs, und 756 wurde sie, wie fast die gesamte Iberische Halbinsel, Teil des Emirats von Córdoba. 1269 von König Jakob I. erobert, kam sie, nunmehrCartagena genannt, im Zuge der christlichen Reconquista zu Aragón.

In der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts erhob Philipp II. Cartagena zu neuem Glanz und machte es zu einem bedeutenden Marinestützpunkt. Am 3. September 1643 errang der französische Admiral Jean Armand de Maillé-Brézé nahe Cartagena einen bedeutenden Seesieg über die spanische Flotte. Während des Spanischen Erbfolgekrieges erstürmte der englische Admiral John Leake 1706 Cartagena, das aber bereits am 18. November vom Marquis d'Asfeld zurückerobert wurde.

Im Zuge des Siebenjährigen Krieges gewann eine von Henry Osborn kommandierte englische Flotte am 28. Februar 1758 eine nahe der Stadt ausgetragene Seeschlacht gegen Michel-Ange Duquesne de Menneville, der einem von den Engländern im Hafen von Cartagena blockierten französischen Geschwader zu Hilfe kommen wollte. Am 20. Juni 1815 siegte der US-amerikanische Commodore Stephen Decatur bei Cartagena über eine algerische Flotte. Am 5. November 1823 kapitulierte die Stadt vor den Franzosen. In den Wirren des Bürgerkriegs revoltierten die Progressisten in Alicante und vier Tage darauf, am 2. Februar 1844, auch in Cartagena gegen die spanische Regierung. Bereits am 25. März 1844 kapitulierte Cartagena aber an die Truppen der Königin Isabella II.

Während der Ersten Spanischen Republik bemächtigten sich föderalistische Intransigenten, die ihren Willen in Madrid nicht hatten durchsetzen können, am 12. Juli 1873 der Stadt und des Hafens mit den Kriegsschiffen. Sie wollten von Cartagena aus das übrige Spanien ihrer sozialistischen Föderativrepublik unterwerfen. General Juan Contreras wurde Vorsitzender der Junta, die am 31. Juli Almeria und am 28. September Alicante bombardieren ließ, um diese Städte zum Anschluss an ihr revolutionäres Projekt zu zwingen.

 

Das Einschreiten des deutschen Kapitäns Reinhold von Werner, dem allerdings nachher vom Reichskanzler Bismarck Einhalt geboten wurde, und der Engländer, die den Insurgenten mehrere Schiffe wegnahmen, machte den Seeunternehmungen ein Ende. Die Belagerung durch die spanischen Regierungstruppen auf der Landseite begann im August 1873, auf der Seeseite im Oktober, nachdem ein Angriff der Schiffe der Aufständischen auf die spanische Flotte am 11. Oktober abgewehrt worden war. Die wenig energisch ausgeführten Ausfälle der Belagerten blieben erfolglos. In der Stadt gingen die Vorräte zur Neige. Die Revolutionsjunta und Sträflinge flüchteten sich auf der Fregatte Numancia, mit der sie die Blockade durchbrachen, nach Algier. Nachdem General José López Domínguez am 11. Januar 1874 das Fort Atalaya erobert hatte und die bedingungslose Übergabe der Stadt forderte, ergab sich Cartagena am folgenden Tag.

 

Während des Spanischen Bürgerkrieges (1936–1939) war Cartagena der Hauptstützpunkt der spanischen republikanischen Marine und eine der Hochburgen der republikanischen Regierung. Es behauptete sich länger als jede andere spanische Großstadt gegen die Truppen General Francos, die Cartagena erst am 31. März 1939 einnahmen.

 

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