12. Tag: Amberg - Nürnberg 89 km

Temperatursturz auf 12 Grad, heftiger Westwind, grauer Himmel: Da macht das Fahren einfach keinen Spaß. Dazu kommt, dass die Tagestour in der ersten Hälfte richtig anspruchsvoll ist. Dass der Weg Fünf-Flüsse-Radweg heißt, bedeutet nicht, dass es flach bleibt. Im Gegentel: Eigentlich geht es gefühlt immer bergbauf. Allerdings haben sich die Planer Mühe gegeben, die Herausforderung in Grenzen zu halten. Deswegen geht es oft über Waldgebiete, das Ganze ist also eher was für Mountainbike-Fahrer. Deshalb war ich ich geneigt, auf die Straße auszuweichen - die Folge: Ätzende Steigungen und brachiale Abfahrten, an denen man bei diesen Temperaturen keine Freude hatte.

 

Nach dem ersten Drittel der Etappe bietet es sich an, einen Schleife über Sulzbach-Rosenberg zu fahren. Auch hier gibt es eine schöne Altstadt und eine reiche Geschichte, die auch mit dem Bergbau und der Montanindustrie verbunden ist.

Lauf an der Pegnitz.

Irgendwann, so nach 45 Kilometern, landet man im Landkreis Nürnberg-Land - und man kommt bis zum Etappenziel ohne Hindernisse und vor allem ohne Steigungen durch. Was jedoch nervt, ist die Tatsache, dass der Radweg sehr oft an der dicht befahrenen und lauten Bundesstraße entlang führt. Besser wird es in Lauf an der Pegnitz. Die Altstadt ist übrigens sehenswert und könnte Kulisse für einen Kitschfilm sein - bei gutem Wetter.

 

Auf dem weiteren Weg nach Nürnberg hat man die Wahl. Ich habe mich für die längere Variante entschieden - entlang an der Pegnitz und der “Nürnberger Seenlandschaft”. Eine gute Wahl: Man landet nämlich direkt in der Fußgängerzone, das Hotel Continental war leicht zu finden. Das Beste am Haus: Die gute Lage, das Zimmer (39 Euro) entsprach eher dem klassischen Bahnhofsviertel-Klischee. Aber: Was will man für diesen Preis in einer Großstadt wie Nürnberg erwarten? Außerdem punktet das Haus durch freundliches Personal (Fahrrad wurde sogar in den Keller gebracht) und durch ein reichhaltiges Frühstücksbüffel.

 

Kleine Randnotiz: Ich war ausgerechnet an dem Tag im Hotel, an dem die Nürnberger im eigenen Stadion gegen Frankfurt die Chance hatten, doch noch in die 1. Bundesliga aufzusteigen. In der Innenstadt hatten sie eine Fanmeile aufgebaut - deshalb die massive Polizeipräsenz - und der Leistungsdruck in der angrenzenden Gastronomie. Trotzdem im Heilig-Geist-Spital zu realistischen Konditionen und gut gegessen …

 

Das Spiel selbst habe ich mir im Hotel angesehen. Mir war kalt geworden, und die Prognosen für den kommenden Tag stimmten wenig optimistisch. Und allein auf einer Fanmeile - da hatte ich wirklich keine Lust drauf.  War übrigens die richtige Entscheidung, Nürnberg hat es ja bekanntlich nicht geschafft und muss in der kommenden Saison weiter in der zweiten Liga kicken ...

 

Nürnberg, Altstadt.
Druckversion Druckversion | Sitemap
© Dr. Dr. Reinhard Kallenbach 2018