14. Tag: Bamberg - Kitzingen 118 Km

Eigentlich kann man von Bamberg von Würzburg innerhalb eines Tages kommen. Es gibt die kurze Variante, die natürlich über die Berge führt, um die Mainschleifen abzukürzen. Wer am  Main bleiben will, ist gut 150 Kilometer unterwegs. Da ich gut in der Zeit war, gab es keinen Anlass, eine Brachialetappe zu wählen. Ich beschloss, nach Kitzingen zu radeln und mit einer Übernachtung dort die letzte Volletappe des "Pflichtteils" der Tour abzuschließen. Immerhin hatte es aufgehört zu regnen, bei kühlen 10 bis 15 Uhr und grauem Himmel war die Fahrt nicht unbedingt vergnüglich, zumal ein kühler, mäßiger Gegenwind wehte.

Bamberg. Wegen des schlechten Wetters leider nur ein Foto.

Schon kurz nach dem Start weiß man, warum der Mainradweg zu den beliebtesten Fahrradtouren gehört. Man kann einfach ohne größere Hindernisse konstant durchradeln - die Beschilderung ist fast durchgängig ausgezeichnet. Und da ist dann noch die Streckenführung selbst. Es geht fast nur über asphaltierte Trassen, die zum Teil eigens für Radler hergestellt wurden. Ein weiteres Argument für den Kurzurlaub am Main ist die gute gastronomische Versorgung. Diese Vorzüge nutzen vor allem Ehepaare und Gruppen Ü 50, um die Vorzüge des Radelns mit Komponenten des Genuss- und Kulturtourismus zu kombinieren. Die Strecke zwischen Bamberg und Aschaffenburg dürfte zu den Radwegen in Deutschland gehören, die am besten frequentiert sind. Es empfiehlt sich daher, die einzelnen Etappen zu planen und die Zimmer vorzubestellen. Wer jeweils nur eine Nacht bleiben will, ist auf Hotels, Pensionen oder Gasthöfe angewiesen - vor allem dann, wenn er alleine reist. Vermieter preiswerter Ferienzimmer setzen dagegen oft auf Buchungen über mehrere Tage. Das war auch das Thema bei einem Gespräch zwischen Wirt und Besuchern eines Biergartens.

Privates Militärmuseum in Stammheim - kurz vor Volkach.

Von  Bamberg bis Volkach verläuft die Tour fast durchgängig flach. Auf der Strecke viele hübsche Orte mit schmucken Kirchen - zu sehen gibt es also genug, und man könnte Wochen in der Region bleiben, die auch Kuriostäten zu bieten hat wie das private Militärmuseum in Stammheim, das, nach Aussage des Eigentümers, das größte seiner Art in der Bundesrepublik ist. Sogar Flugzeuge sind zu sehen …

 

Hinter Volkach wird man dann doch noch ein wenig gefordert. Denn dann wird die Route vom Main weggeführt. Das bedeutet: Steigungen. Die sind allerdings nicht sonderlich spektakulär, doch wenn man schon 90 Kilometer hinter sich  hat, erfreut einen das nicht unbedingt. Dafür gibt es auch auf der Höhe einiges zu sehen, so zum Beispiel die Benediktinerabtei Münsterschwarzach, die erst 1913 neu gegründet wurde, nachdem sie unter Napoleon 1803 aufgehoben worden war. Hier kann man übrigens auch übernachten….

 

Auch der Umweg über Höhen und Felder ist gut beschildert, sodass ich ohne Probleme in Kitzingen ankam. Inzwischen war sogar die Abendsonne herausgekommen. Quartier im Hotel garni Pelikan für 47 Euro mit Frühstück. Solides Haus auf der der Kitzinger Altstadt gegenüberliegeden Seite mit zweckmäßigem Doppelzimmer zur Alleinnutzung. Tipp: Der in unmittelbarer Nachbarschaft gelegene Gasthof “Zum Walfisch”. Keine große Speisekarte, aber was sie machen ist sehr gut, frisch und vor allem günstig.

Kitzingen am Abend.
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© Dr. Dr. Reinhard Kallenbach 2018