3. Tag: Cölbe-Bad Hersfeld 101 Km

Und wieder ein schöner, warmer Tag voller Sehenswürdigkeiten und Überraschungen. Um es vorweg zu sagen: Ich hatte mir die dritte Etappe meiner Tour nicht so schön vorgestellt, was wohl daran liegt, dass ich Mittel- und Nordhessen während meiner Studienzeit in Marburg von 1984 bis 1986 vor allem kühl und nass erlebt habe. Ich erinnere mich dunkel an einige Wanderungen durch Matsch und Regen. Und später, als ich mit dem Fahrrad unterwegs war, an dicht befahrene Landstraßen mit bösen Steigungen. Doch zeigte sich schon ab Cölbe, wie immens man in den Ausbau eines Radwegenetzes investiert hat! Es kam also nicht von ungefähr, dass an diesem Donnerstag, Fronleichnam, etliche Familien mit dem Fahrrad unterwegs waren. Denn der Bereich zwischen Cölbe, Kirchhain und Stadtallendorf bieter mehrere gut ausgeschilderte Variationsmöglichkeiten - und nennenswerte Steigungen gibt es nicht. Da kann man schöne Tages-Rundtouren zwischen 30 und 40 Kilometern fahren. Wer weiter will, muss jedoch ein anspruchsvolles Programm meistern. Und ich wollte ja weiter, und es kam, wie es kommen musste: Ab Stadtallendorf ging es bergauf - aber so, dass ich die Strecke wohl auch ohne E-Fahrrad bewältigt hätte. Die Beschilderung ist weiterhin gut, man wird überwiegend durch Wohngebiete und entlang der Straße geführt. Unattraktiv ist die Strecke trotzdem nicht. Richtig schön wird es dann ab Neustadt. Die Stadt mit Zeugnissen des Mittelalters ist selbst alles andere als unattraktiv. Wer nach einer Pause weiter möchte, muss etwas aufpassen, denn es gibt verschiedene Möglichkeiten, nach Bad Hersfeld zu kommen. Die erste ist, in Richtung Treysa weiterzuradeln, wo der Bahntrassenradweg "Rotkäppchenland" beginnt. Die zweite ist, sich weiter an den Hessenradweg R 2 zu halten, mit dem die bislang ab Cölbe geschilderte Route identisch ist. Ich entschied mich für die landschaftlich reizvolle R2-Variante. Wichtig: Man muss nach etwa fünf Kilometern den R2-Weg verlassen, sonst landet man in Alsfeld. Das ist kein Beinbruch, wäre aber ein Umweg. Also weiter auf der wenig befahrenen Straße Richtung Willingshausen. Es ist das klassische Auf und Ab durch eine schöne Kulturlandschaft.

 

Ab Willingshausen weiter nach Merzhausen, dann über Schrecksbach nach Ottrau. Dort direkt durch den Ort - oder der Beschilderung folgend - Richtung Oberaula nach Bahnhof Ottrau. die Siedlung ist knapp zwei Kilometer von Ottrau entfernt - und ein gut besuchter Biergarten dort zeigte, dass es ab jetzt gemütlich wird. Denn hier kommt man auf den bereits erwähnten Bahntrassenradweg "Rotkäppchenland". Die zurückliegenden stärkeren Steigungen sind schnell vergessen. Denn nach einem sanften Anstieg (schätzungsweise drei bis vier Kilometer) geht es nur noch bergab - und zwar über Oberaula nach Niederaula. Auch auf der restlichen Strecke bis Bad Hersfeld gibt es keine nennenswerten Belastungen mehr. Und in Bad Hersfeld selbst kann man auch länger als eine Nacht bleiben. Bekanntlich hat die Stadt nicht nur ein schönes Zentrum, sondern - in Nicht-Corona-Zeiten - ein attraktives Kulturprogramm.

 

Übernachtet habe ich im Stadthotel. Zentral gelegen und grunsätzlich empfehlenswert.  Man  konnte an diesem Feiertag jedoch erleben, was Corona für Betreiber bedeutet, die einen Komplettservice bieten wollen. Da das vor allem das Interesse an der Außenbewirtschaftung groß war, galt für das Personal ein Ausnahmezustand. Und auch das Hotel war gut frequentiert.

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