3.3 Anfange des Steinbaus


3.3.1 Die Situation in Koblenz


In Koblenz gibt es nur noch wenige profane Steinbauten mit mittelalterlichem Kern.36 Als ältestes Beispiel ist das vom Anfang des 13. Jahrhunderts stammende Kapitelhaus an der Nordseite der Florinskirche zu nennen, das über dem ehemaligen Kreuzgang errichtet wurde.37 Die „Alte Burg” und das „Alte Kaufhaus”, deren Baugeschichte im 13. beziehungsweise im 15. Jahrhundert beginnt, wurden später so starke verändert, dass sie heute wesentlich von ihrem ursprünglichen Aussehen abweichen. Im Gegensatz dazu erinnert das Haus Kastorstraße 3 („Deutscher Kaiser”), das der 1520 verstorbene Schöffe und Münzmeister Konrad von Lengefeld errichten ließ,38 stark an einen mittelalterlichen Turmbau.39


Im Gegensatz zu den älteren Steinbauten sind historische Keller zahlreicher erhalten, weil man sich im 19. Jahrhundert und auch in der Nachkriegszeit um die Einbeziehung alter Gewölbe in die Neubauten bemühte. Damals war diese Praxis in erster Linie aus Gründen der Kostenersparnis, seltener wegen ungünstiger statischer Voraussetzungen üblich.40 In Koblenz wie auch in anderen Städten dominierten tonnengewölbte, aus Bruchstein bestehende Keller. Wegen ihrer großen Stabilität hielt sich diese Bauweise auch noch in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Vor allem in den Festungsstädten drängte die Obrigkeit darauf, die Keller einzuwölben, da diese Bauweise den bestmöglichen Schutz für die Hausbewohner bot.41

 

Weniger verbreitet sind Kreuzgrat- oder Kreuzrippengewölbe. Mit Balkendecken versehene Keller sind in der Koblenzer Altstadt nicht mehr erhalten. Ihre Existenz ist aber aus schriftlichen Quellen bekannt.42 In den günstigsten Fällen geben mittelalterliche Keller Hinweise auf ältere Steinbauten. Ein Beispiel dafür ist die „Alte Burg”, die aus dem ehemals freistehenden Wohnhaus des Dienstmannengeschlechtes von der Arken hervorging. Der an seiner Nordseite auf der römischen Stadtmauer errichtete Wohnturm bestand zunächst aus drei Stockwerken. Das ursprünglich flach gedeckte und nur wenig unter Laufniveau eingetiefte Untergeschoss wurde später mit einer Tonne eingewölbt.43


Spuren eines romanischen Wohnturmes enthält ebenfalls der „Metternicher Hof” (Münzplatz 7–8). Kern des heute noch erhaltenen, aus dem 17. Jahrhundert stammenden Hauptgebäudes ist ein Keller, dessen Kreuzgratgewölbe auf einer freistehenden Pfeilerstütze ruht. Dieser Keller scheint das Erdgeschoss des Vorgängerbaus gewesen zu sein. Später ergänzte der Eigentümer den Wohnturm durch einen Anbau. Um 1670 ging man noch einen Schritt weiter: Beide Bauten wurden in einer einheitlichen Fassade zusammengefasst.44


An die „Alte Burg” erinnert – so Udo Liessem – auch ein ursprünglich flach gedeckter Keller auf dem Grundstück Florinsmarkt 3, der in der Zeit nach 1688 durch ein weiteres Gewölbe mit der Stadtmauer verbunden wurde.45 Mit Ausnahme der Beschreibungen und Maßangaben Liessems gibt es bis jetzt keine exakten Bauuntersuchungen zur Bestätigung dieser Ergebnisse. Da wir es am Florinsmarkt häufig mit ehemals zum Stift St. Florin gehörenden Häusern zu tun haben, liegt die Datierung des Kellergewölbes in das Mittelalter nahe. Der Versuch, das Grundstück der ehemaligen Stiftskurie des Nikolaus von Kues46 zuzuordnen, muss jedoch äußerst kritisch betrachtet werden, zumal sich der Quellennachweis Liessems ausschließlich auf die älteren Forschungen von Hans Bellinghausen und Fritz Michel bezieht.47


3.3.2 Grundstücksveränderungen


Gerade in Koblenz haben die Archäologen gezeigt, wie verhängnisvoll voreilige Frühdatierungen sein können. Das gilt vor allem für die Mehlgasse. Dort wurden nicht nur die Straße verlegt und Nebengassen überbaut, sondern auch die Grenzen einzelner Grundstücke verändert. Diese Feststellung gilt vor allem für die Parzellen, auf denen die Häuser Mehlgasse 14/16 stehen. Auf dem Gelände führte man 1984 Ausgrabungen durch, deren Ergebnisse bis jetzt nur zum Teil veröffentlicht wurden.


Auf dem Grundstück Mehlgasse 14/16 entdeckten Mitarbeiter des Landesamtes für Denkmalpflege48 7,50 Meter hohe Überreste eines wahrscheinlich noch aus der Zeit vor dem Mauerbau stammenden rechteckigen Turmes.49 Die Anlage war offensichtlich auf eine später aufgehobene und vollkommen überbaute Straße ausgerichtet. Der ursprünglich wohl zu einem befestigten Bau gehörende Turm lag in der Flucht der östlichen Doppelturmanlage des spätrömischen Kastells.50 Die Steine der ehemaligen Verteidigungsanlage verwendete man noch im 14. Jahrhundert zum Bau des ältesten Kellers (Nr. 2 und 3). Dieser Keller war früher weit größer als heute: Er stieß an die nördlichen Fundamente des Turmes.51 Später erfolgte die Teilung und Umgestaltung. Darüber hinaus nahmen Bauhandwerker an der nordwestlich gelegenen Mauer des Kellers (Nr. 2) Veränderungen vor. Auf diese Weise fand eine Erweiterung über die alte Mauerflucht hinaus statt. Die Veränderungen erfolgten allerdings erst im 16. oder 17. Jahrhundert. Zur selben Zeit entstand auch der etwas höher gelegene Keller (Nr. 1), der sich auf einem ursprünglich unbebauten Grundstück befindet. Dieser Neubau wurde durch einen Mauerdurchbruch mit dem Keller (Nr. 2) verbunden.52


Die Bedeutung des Befundes


Die Keller (Nr. 2 und 3) gehörten ursprünglich zusammen. Durch Erbteilung oder Verkauf kam es später zur Trennung der beiden Gewölbe. Das führte zum Bau einer Zwischenwand. Derartige Grundstücksteilungen waren in Koblenz kein Einzelfall: In der schriftlichen Überlieferung geht es oft um die Verpfändung oder den Verkauf von lediglich einer Haushälfte.53


Im Falle der Keller Mehlstraße 14/16 erforderte die erneute Veränderung der Besitzverhältnisse im 16. oder 17. Jahrhundert wiederum bauliche Maßnahmen: Nach der Herstellung des jüngsten Kellers (Nr. 1) erfolgte dessen Verbindung mit dem weit älteren Gewölbe (Nr. 2). Über beiden Kellern baute man dann ein größeres Haus (heute Nr. 14). Das benachbarte Haus (Nr. 16) blieb selbstständig. Die Fassaden beider Gebäude mussten beim Wiederaufbau der zerstörten Mehlgasse um 1700 ein Stück nach hinten versetzt werden. Deswegen befinden sich Teile der Keller (Nr. l und 2) noch heute unter der Straße.


Hinweise auf die Veränderung von Grundstücksgrenzen gibt es auch beim ehemaligen Stiftsgebäude Florinspfaffengasse 5, das 1702 im Auftrage des Kanonikers Alloye neu errichtet wurde. Beim Bau fanden ältere Teile Verwendung.54 Das heute noch bestehende Doppelhaus ragt weit über die Grenzen des Vorgängerbaus hinaus, denn nur die südliche Hälfte des Gebäudes ist unterkellert. Die Kreuzgratgewölbe des später veränderten romanischen Kellers ruhen auf einem Mittelpfeiler (siehe unten).


3.3.3 Das Mauerwerk


An den historischen Wohn- und Geschäftsgebäuden der Koblenzer Altstadt ist eine Untersuchung des Mauerwerks nur noch in Ausnahmefällen möglich. Das liegt vor allem daran, dass die meisten Häuser in einer Mischbauweise ausgeführt wurden. Meistens waren die Straßenfronten massiv, während die anderen Wände aus Fachwerk bestanden. Die nachträgliche Füllung der Gefache mit Bimssteinen im 19. Jahrhundert verdrängte die Baumaterialien der vorangegangenen Epochen. Die größten Verluste sind natürlich auf die Bombenangriffe des Zweiten Weltkrieges zurückzuführen.

 

Aber auch die Altstadtsanierung machte, obwohl sie eine erhebliche Aufwertung der historischen Quartiere bewirkte, viele Möglichkeiten für die Durchführung von Bauntersuchungen zunichte. Heute zeugen nur noch einige Keller von den Baugewohnheiten des Mittelalters und der frühen Neuzeit. Da diese Keller weder Wohn- noch Repräsentationszwecken dienten, hat man sie natürlich in einer sehr groben Mauertechnik ausgeführt. In allen Fällen kam Bruchstein zur Anwendung, der aus den umliegenden Steinbrüchen relativ kostengünstig herbeigeschafft werden konnte. Ähnlich verhält es sich im Falle der wenigen noch erhaltenen steinernen Giebelwände.


Das Haus Florinspfaffengasse 5


Zu den ältesten Gewölben in der Koblenzer Altstadt gehört mit Sicherheit der im romanischen Stil errichtete Keller des Hauses Florinspfaffengasse 5 (Höhe 3,60 Meter). Der mit vier Kreuzgratgewölben gedeckte Raum hat mit den Maßen von 7,70 x 8,60 Metern einen annähernd quadratischen Grundriss. Der Mittelpfeiler ist von der Nord- und Südseite jeweils 3,60 Meter, von der West- und Ostseite jeweils 4,10 Meter entfernt. Besonders auffällig ist der in der Südwand gelegene schmale Zugang, dessen Öffnung eine Breite von nur 65 Zentimetern besitzt.55


An der Ostseite des Gewölbes sind zwei kleinere, wahrscheinlich noch original erhaltene Fensternischen mit Schächten zu sehen. Dagegen scheint man die beiden in der Südwand eingebauten Fensterschächte aufgrund ihrer Größe nachträglich hinzugefügt zu haben.56 Über einen auf der Nordseite angelegten Durchbruch lassen sich wegen der modernen Veränderungen keine Angaben mehr machen. Anders sieht es mit der breiten Kellertreppe aus, die mit Sicherheit bei der Errichtung des Hauses Florinspfaffengasse 5 im Jahre 1702 eingebaut wurde.

 

Eine Baunaht auf der östlichen Seite des Gewölbes zeigt, dass die Bauhandwerker die Nordwand nachträglich mit einem Kellereingang versehen haben. In diesem Zugangsbereich ist auch heute noch eine Leuchternische zu sehen, die wohl noch aus der ersten Bauphase des Kellers stammt. Derartige Nischen waren schon bei den römischen Villen an Mittelrhein und Mosel weit verbreitet. Die heutige, aus der Barockzeit stammende Kellertreppe mit Bruchsteinstufen besitzt eine Breite von 1,55 Metern und ist von der ehemaligen Durchfahrt in der Mitte des ehemaligen Stiftsgebäudes aus zugänglich.


Die sehr grob behauene Mittelsäule besteht aus Basalt aus der Mayener oder Men-diger Gegend. Hierbei handelt es sich wahrscheinlich um ein billiger zu beschaffendes Halbfabrikat. Besonders auffällig ist das wesentlich besser bearbeitete Kapitell, das wie der Schaft scharriert ist und an ein romanisches Würfelkapitell erinnert.57 Es stammt vielleicht von einem älteren, heute nicht mehr bestehenden Steinbau.


Das eigentliche Gewölbe besteht nicht aus „Importware”, sondern aus Bruchsteinen (devonische Grauwacke) aus dem Koblenzer Raum. Lediglich im Übergangsbereich zwischen Wänden und den einzelnen Kappen des Kreuzgratgewölbes sind wahrscheinlich aus dem Kruft-Kretzer Gebiet stammende Tuffsteine vermauert worden. Da der Keller heute weiß gekalkt und mit einem Ziegelstein-Boden versehen ist, kann man nur noch erkennen, dass die grob behauenen Bruchsteinquader als Läufer und Binder mit einem Kalkmörtel vermauert wurden. Die Höhe der einzelnen Schichten ist wegen der unregelmäßigen Bearbeitung der Steine unterschiedlich.


Das Kellersystem Florinsmarkt 14 und Mehlgasse 20/22


Auch das Kellersystem der Häuser Florinsmarkt 14 sowie Mehlgasse 20 und 22 ist von besonderem archäologisch-baugeschichtlichen Interesse.58 Allerdings lassen sich Detailstudien seit Abschluss der Sanierungsarbeiten (1986) nur noch punktuell durchführen. An erster Stelle ist der am Florinsmarkt gelegene Keller I zu nennen.59 Der mit einem Tonnengewölbe ausgestattete Raum60 ist weit älter, als es auf den ersten Blick den Anschein hat. Bei der eingehenderen Betrachtung der Ostwand stellt sich nämlich heraus, dass sich dort der Ansatz eines Kreuzgratgewölbes befindet, das später zugunsten des neueren Bruchstein-Tonnengewölbes gekappt wurde.

 

Links und rechts von diesem Ansatz sind zwei Spitzbogennischen angeordnet. Während die rechte Vertiefung durch Eingriffe der jüngeren Vergangenheit massiv gestört ist, können über die linke Nische genauere Angaben gemacht werden. Bei der Untersuchung des Materials findet man neben dem in allen historischen Altstadtkellern dominierenden Bruchstein auch Tuff aus dem Gebiet zwischen Kruft und Kretz (Eifel), der im Bereich des Bogens zum Teil in einer fischgrätartigen Anordnung vermauert wurde („opus spicatum”). Diese Mauertechnik erinnert an spätrömische Gewohnheiten, stammt im Falle des Kellers I jedoch nicht aus dieser Zeit, weil die Öffnung an der Ostwand wahrscheinlich im späten Mittelalter zugemauert worden ist. Allerdings ist die Wiederverwendung römischer Mauersteine bei der Errichtung dieser Nische, die ursprünglich als Zu- oder Durchgang diente, nicht auszuschließen.61


In späterer Zeit – wahrscheinlich im Zusammenhang mit der Einrichtung des Tonnengewölbes – hat man den ehemaligen Zugang mit Bruchsteinen in einer groben Technik zugemauert. Wann diese Veränderung erfolgte, ist heute aufgrund der vielen baulichen Maßnahmen in diesem Bereich der Altstadt nicht mehr zu ermitteln. Keramikfunde ermöglichen jedoch eine vage Datierung der Umgestaltung des Kellers in das 16. Jahrhundert. Eine ähnliche zeitliche Einordnung ist für den benachbarten, an der Ecke Mehlgasse/Florinsmarkt gelegenen Keller II möglich. Zwar lassen sich hier wegen der in jüngster Vergangenheit vorgenommenen Neuaufteilung des Raumes keine intensiveren Bauuntersuchungen mehr durchführen, doch sind die Ansätze eines Kreuzgewölbes auf der westlichen und östlichen Seite noch heute zu erkennen. Auch in diesem Keller wurde das alte Gewölbe gekappt und durch eine Tonne ersetzt.


Der im Rahmen der Sanierung ebenfalls veränderte, zum Haus Mehlgasse 20 gehörende Keller III lässt wenig Möglichkeiten für detaillierte archäologisch-baugeschichtliche Betrachtungen.62 Bemerkenswert ist, dass die Achse des Bruchstein-Tonnengewölbes parallel zur ursprünglichen Straßenflucht der Mehlgasse ausgerichtet war. In diesem Teil des Kellersystems ist außerdem die noch erhaltene Senkgrube mit einem Durchmesser von etwa zwei Metern besonders auffällig. Ansonsten können keine Detailuntersuchungen mehr vorgenommen werden, zumal die sich auf der Nordseite anschließende, tiefer gelegene Verlängerung des Gewölbes III zugemauert wurde.63


Die Gewölbeachse des unter dem Innenhof zwischen Florinspfaffengasse und Mehlgasse gelegenen Kellers VI liegt ebenfalls parallel zur ehemaligen Flucht der Mehlgasse. Dieser aus Bruchstein hergestellte und in der Barockzeit nachträglich verlängerte Raum hatte ursprünglich eine Länge von rund 14 Metern, wurde aber vor einigen Jahren durch Zumauerung verkürzt.64 An der Ostseite fallen zwei Lichtschächte auf, die heute das Hofpflaster verdeckt. Die Leuchternische ist ebenfalls noch vorhanden. Auf der Westseite haben sich in einer Höhe von rund 1,80 Metern zwei Basaltkonsolen erhalten. Vielleicht dienten diese ehemals als Auflager für eine flache Holzdecke, die später durch ein Tonnengewölbe ersetzt wurde. – Wie in den anderen Kellern wurde auch dieser Raum in einer groben Bruchstein-Mauertechnik hergestellt. Eine Ausnahme machen nur die Kellerecken, in denen man auch Tuffstein vorfindet. Eine Begutachtung des Gewölberückens von Keller VI ist nicht mehr möglich. Eine Betonschicht verdeckt das Bruchsteinmauerwerk.


Die Keller der Häuser Mehlgasse 6, 8 und 10


Der Beginn der Sanierungsarbeiten an den Gebäuden Mehlgasse 6 bis 10 bot weitere Möglichkeiten, im begrenzten Umfang Bauuntersuchungen durchzuführen. Ausgangspunkt war das Haus Mehlgasse 6, das wahrscheinlich aus dem 17. Jahrhundert stammt, nach 1890 jedoch wesentliche Umgestaltungen erfuhr. Obwohl das Mauerwerk der Keller nachträglich vollkommen verputzt wurde, sind die verschiedenen Bauphasen der Gewölbe noch heute deutlich zu erkennen.65


Der älteste Bestandteil des Kellergeschosses in der südlichen Hälfte des Vorderhauses ist ein Kreuzgratgewölbe, das zur Straße hin gekappt und in ein Tonnengewölbe mit Lichtschacht und einem parallel zur Mehlgasse verlaufenden Scheitel umgewandelt wurde. Im rückwärtigen (östlichen) Teil des Kellers befindet sich ein kleines Tonnengewölbe mit senkrecht zur Mehlgasse verlaufendem Scheitel. Hier liegt auch eine in das Erdgeschoss führende Treppe.


In der nördlichen Hälfte des Vorderhauses befindet sich ein zweiter Keller. Die Achse seines Tonnengewölbes liegt ebenfalls parallel zur Mehlgasse. Es ist möglich, dass dieser Abschnitt ursprünglich zum südlichen Kellerraum des Hauses Mehlgasse 6 gehörte, sich aber durch nachträgliche Teilung „verselbstständigte”. Auf der Straßenseite sind Spuren eines ehemaligen Kellerzuganges zu sehen, während man im östlichen Abschnitt eine weitere Treppe eingebaut hat. Der gesamte Befund ist heute nur noch schwer zu datieren. Die beobachteten massiven Eingriffe in die ursprünglich mittelalterliche Bausubstanz lassen jedoch auf Baumaßnahmen im Zuge der Neuordnung der Mehlgasse zu Beginn des 18. Jahrhunderts schließen.


Bei der Untersuchung des Gebäudes Mehlgasse 8 kristallisierte sich im Kellerbereich nur eine Bauphase heraus. Auffallend ist, dass man bei der Herstellung des Bruchstein-Tonnengewölbes auf den Einbau von römisch-mittelalterlichen Spolien aus Basalt oder Tuffstein verzichtete. Es kam ausschließlich Grauwacke zur Anwendung, die aus den örtlichen Steinbrüchen stammte. Gleichzeitig mit dem Gewölbe baute man die mit einem Entlastungsbogen versehene Kellertreppe. Dabei wurden alte Grabsteine verwendet (zum Beispiel ein Basaltkreuz), die wahrscheinlich vom ganz in der Nähe gelegenen Friedhof an der Liebfrauenkirche stammten.66 Alle diese Beobachtungen legen eine Datierung der Konstruktion in die Wiederaufbauphase nach dem Pfälzischen Erbfolgekrieg nahe.


Bei den Bauuntersuchungen im Frühjahr 1989 und Sommer 1990 stellte sich heraus, dass die Keller der Gebäude Mehlgasse 6 und 8 nicht unmittelbar nebeneinanderlagen. Zwischen den Gewölben befand sich ein größerer, nicht unterkellerter Bereich.67

 

Wahrscheinlich trennte eine versetzt zum Etzegäßchen verlaufende Brandgasse die Vorgängerbauten der heute noch bestehenden Barockbauten voneinander. Wann die Anlage dieser Verbindung zur Florinspfaffengasse erfolgte, kann heute nicht mehr festgestellt werden. Sicher ist nur, dass diese Gasse nicht lange bestand, denn die Archäologen fanden im Rahmen ihrer Nachforschungen in diesem Bereich Reste eines Fachwerkhauses. Die festgestellten Veränderungen lassen auch in diesem Abschnitt der Mehlgasse auf den Wandel der Parzellenstruktur im Spätmittelalter und der frühen Neuzeit schließen.68 Diese Vermutung wird durch die Untersuchung der Nordseite des Grundstückes Mehlgasse 8 bestätigt. Hier reichte der Keller etwa 1,60 Meter in das Nachbarhaus Mehlgasse 10 hinein, was für eine Neuaufteilung von Grundstücken und die damit verbundene Veränderung der seitlichen Parzellengrenzen im Zuge der Neuordnung der Mehlgasse zu Beginn des 18. Jahrhunderts spricht.


Im Gegensatz zum Gebäude Mehlgasse 8 sind die Verhältnisse im ältesten Kern des Hauses Mehlgasse 10 etwas komplizierter, denn der Keller besteht aus zwei Abschnitten. Der größere, an der Mehlgasse gelegene Teil besitzt eine Bruchsteintonne mit einem senkrecht zur Straße angeordneten Scheitel. Die Belichtung ermöglichten zwei kleinere Schächte. Die Erschließung dieses Raumes erfolgte von der Straße her, denn die breite, ehemals mit einer Klappe abgedeckte Kellertreppe führte direkt zum Hauseingang.


Der zweite, kleinere Keller scheint älter zu sein, denn hier fand neben Grauwacke auch Tuffstein Verwendung. Eine an der Nordwand befindliche Baunaht bestätigt diese Annahme. Während der Neuordnung der Mehlgasse Anfang des 18. Jahrhunderts scheint man Teile dieses älteren Tonnengewölbes – seine Achse liegt übrigens parallel zum heutigen Straßenverlauf – beseitigt und durch einen neuen Abschnitt ersetzt zu haben. Ein weiterer, wesentlich schmalerer Zugang lässt die Vermutung zu, dass der Keller ursprünglich nur über den hinteren Bereich des Erdgeschosses erschlossen wurde. Die breitere, direkt an der Mehlgasse gelegene Treppe hat man anscheinend erst später angelegt. Die wesentlich breiteren Stufen ermöglichten die gewerbliche Nutzung des Kellers.


Untersuchung von Giebeln und Fassaden


Die Baugeschichte des Hauses Florinspfaffengasse 9 reicht weit in das Mittelalter zurück.69 Das stellte sich beim Teilabbruch der Nachbargebäude Florinsmarkt 18 bis 22 heraus, bei dem die nördliche Giebelwand des Baus freigelegt wurde. 1988 nutzten die Behörden die Gelegenheit, eingehende Untersuchungen durchzuführen. Im Zuge der Begutachtungen kam es auch zur Anfertigung einer fotogrammetrischen Aufnahme des Nordgiebels, der ursprünglich einmal die Fassade eines größeren Repräsentationsbaus war. Diese ehemalige Schauseite gliedert sich in zwei Bereiche. Der östlich gelegene, ältere Teil besitzt eine Breite von lediglich 4,20 Metern. Der sich anschließende jüngere Teil der einstigen Fassade hat eine Länge von ungefähr 8,30 Metern. In dieser Erweiterung befinden sich insgesamt vier große, zugemauerte Öffnungen. Im Erdgeschoss sind heute noch zwei Spitzbögen mit einer Scheitelhöhe von rund drei Metern zu erkennen. Darüber liegen zwei weitere spitzbogige Öffnungen mit ähnlichen Abmessungen.


Der mittelalterliche Vorläufer des Hauses Florinspfaffengasse 9 bestand aus einem wohnturmartigen Gebäude, an das später in westlicher Richtung ein langgestreckter Baukörper angefügt wurde, der aus einer im Erdgeschoss liegenden Halle und einem darüber befindlichen Saal bestand.70 Auch auf der Südseite und der Rückseite des Hauses konnte man feststellen, dass die an der Grenze zum Grundstück Florinspfaffengasse 7 befindliche Giebelwand zur Außenwand einer mittelalterlichen Wohnanlage gehörte.71


Obwohl es sich beim Vorläufer des Wohnhauses Florinspfaffengasse 9 mit Sicherheit um ein repräsentatives Gebäude handelte, wurde bei der Errichtung des Bauwerks ebenfalls grob bearbeiteter Bruchstein aus Grauwacke verwendet. Diese Verfahrensweise spricht dafür, dass der Bau ursprünglich mit einem (farbigen?) Verputz versehen war, um eine höhere Qualität vorzutäuschen. Putzreste, die diese These untermauern könnten, kamen nicht zum Vorschein.


Auch das noch in das 17. Jahrhundert datierende Haus Florinsmarkt 20 wurde 1988 untersucht. Dabei zeigte sich die unterschiedliche Güte der Baumaterialien. Während bei der Errichtung des Erdgeschosses und des ersten Obergeschosses zumindest an der Straßenfront Bruchstein zur Anwendung kam,71 wurden die übrigen Teile des Gebäudes – mit Ausnahme des tonnengewölbten Kellers – als Fachwerkkonstruktion hergestellt. Besonders auffällig sind die Fensteröffnungen auf der östlichen Giebelseite, die zudem beweisen, dass das lange Zeit irrtümlich in das Mittelalter datierte Nachbargebäude Florinsmarkt 22 bestenfalls aus dem 18. Jahrhundert stammte.


3.3.4 Ergebnis


Im Sanierungsgebiet zwischen Münzplatz und Florinspfaffengasse gibt es nur wenige markante mittelalterliche Keller.72 Die meisten Keller sind in ihrer heutigen Form erst nach 1688 entstanden. Diese Feststellung gilt besonders für den Häuserblock zwischen Gemüsegasse und Mehlgasse. Ein Blick in Bestandsaufnahmen zeigt, wie wenige Keller unter den Straßen liegen. Diese Feststellung gilt auch für die Ostseite der Mehlgasse, auf der man bislang nur im Bereich der Häuser 14 bis 22 erhebliche Abweichungen von der heutigen Straßenführung feststellte. Die Beobachtungen verpflichten nicht, diese Bauten grundsätzlich in das ausgehende 17. und frühe 18. Jahrhundert zu datieren. Dieser Grundsatz gilt besonders für das Haus Mehlgasse 6, dessen im 19. Jahrhundert veränderte Fassade über das tatsächliche Alter des Gebäudekerns hinwegtäuscht. Auch muss man damit rechnen, dass beim Neu- oder Wiederaufbau noch brauchbare ältere Materialien Verwendung fanden. Diese Feststellung trifft auch für das Gebäude Mehlgasse 12 zu, das um 1700 unter Verwendung älterer Teile wieder aufgebaut wurde. Bei Renovierungsarbeiten in den 60er Jahren kam ein Balken mit der Inschrift „AD 1315″ zum Vorschein.73


In vielen Bereichen der Altstadt scheinen die Zerstörungen vom Herbst 1688 so schwer gewesen zu sein, dass die Hauseigentümer ihre Gebäude stufenweise aufbauen ließen. Die beschränkten finanziellen Möglichkeiten der Bürger, die überwiegend ein Handwerk ausübten oder Handel betrieben, zwangen zu diesem bescheidenen Neubeginn. Erst wenn das notwendige Geld vorhanden war, konnte mit dem Bau weiterer Etagen begonnen werden.74 Wann und in welchem Umfang die Errichtung neuer Häuser begann, ist anhand schriftlicher Quellen nur mühsam zu erschließen.75


Dagegen sagen die Quellen nichts über den Kellerbau im Bereich zwischen Gemüse-und Florinspfaffengasse aus. Da Archäologen inzwischen sowohl Parzellen- als auch Straßenveränderungen nachgewiesen haben, steht der Wandel des Kellersystems in diesem Bereich mit Sicherheit fest. Als Ergebnis sind abschließend folgende Punkte festzuhalten:

 

  • Mittelalterliche Keller wurden nur geringfügig verändert, sodass sie im Wesentlichen noch erhalten sind (Florinspfaffengasse 5; Am Plan 24/ehemals „Hirsch-Apotheke”).76
  • In der frühen Neuzeit legte man tonnengewölbte Keller an, die von den mittelalterlichen aufgrund ihrer formalen Entsprechung nur mit Hilfe archäologischer Untersuchungen zu unterscheiden sind (Florinsmarkt 18–22).
  •  Nach 1688 kam es zum Neubau oder zum Wiederaufbau von Kellergewölben (Mehlgasse 6–10).
  • Im Zuge der Straßenverlegung und der damit verbundenen Neuordnung der Baufluchten verkleinerte oder teilte man einzelne Keller (Mehlgasse 14/16).
  • Einige Keller liegen unter dem heutigen Fußgängerbereich, weil ihre ursprüngliche Größe beibehalten wurde (Mehlgasse 14/16).
  • Unter den gegenwärtigen Kellern können sich weitere Gewölbe befinden (Mehlgasse 15).
  • Beim Neubau der Häuser nach 1688 richtete man zunächst typisch barocke Häuserblöcke ein.77 So konnte es vorkommen, dass ehemals bebaute Grundstücke frei blieben. Die Keller lagen fortan unter der Hof fläche (Mehlgasse 20).
  • Auch nach 1688 entstanden Keller, die über die Baufluchten hinausragten und von außen betreten werden konnten.78
  • Selten kam es zu nachträglichen Unterkellerungen. Eindeutige Beweise gibt es in Koblenz aber erst seit der Jahrhundertwende (Florinspfaffengasse 2). Ein weiterer Sonderfall ist das Grundstück Florinspfaffengasse 7a, auf dem man erst um 1850 ein Haus errichtete. Der ehemals unter dem nicht mehr bestehenden Gebäude liegende Barockkeller lag ursprünglich unter einem Garten des Stiftes St. Florin.

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Anmerkungen:

 

36 Eine zusammenfassende Beschreibung der Befunde gibt: Liessem, Architektur, S. 282–297.
37 Liessem, Erkenntnisse: Der Aufsatz bringt eine ausführliche Beschreibung des historischen Gebäudes und skizziert den derzeitigen Forschungsstand.
38 Michel, Kunstdenkmäler, S. 288: Im Falle des „Deutschen Kaisers” ist die Quellenlage günstig. Über die vorhandenen Urkunden lässt sich die Bebauung des Grundstückes bis in das 14. Jahrhundert zurück verfolgen. In dem heute noch erhaltenen Gebäude gibt es Hinweise auf den Vorgängerbau.
39 Vgl. Wiedenau, Katalog, S. 14; Strobel, Bürgerhaus Regensburg, S. 35 und 38; Irsch, Eigenheiten, S. 142: Mittelalterliche Wohntürme hatten zwar Wehrcharakter, erfüllten für die führenden Schichten in den Städten aber auch Wohnzwecke. Die späteren turmähnlichen Bauten hatten keine Verteidigungsfunktion mehr. Man nennt sie deshalb Turmhäuser.
40 Diese Einschätzung ist ein Ergebnis der Auswertung der Akten im Archiv der Koblenzer Bauaufsicht (vgl. auch Krings, Städtisches Wohnen, S. 14).
41 Vgl. Herrmann, Festungsstädte, S. 12.
42 Schmidt, Quellen, Bd. 1.1, S. 175, Nr. 311: Urkunde vom 30. September 1298. Darin überlassen der Ritter Emmelreich von Reifenberg und seine Frau Berta den Koblenzer Bürgern und Eheleuten Gerhard von Cornere und Mechthild ihren Hof am Kornmarkt. Von Reifenberg und seine Erben sollten nötigenfalls den Keller des Hauses mit Balken versehen oder diese reparieren, während Gerhard Cornere die Mauern des Kellers und alles Sonstige ausbessern musste.
43 Wiedenau, Romanischer Wohnbau, S. 118/119; Wiedenau, Katalog, S. 95; Liessem, Alte Burg, S. 21 und 24.
44 Wiedenau, Romanischer Wohnbau, S. 217/218; Wiedenau, Katalog, S. 103/104; Liessem, Metternicher Hof, S. 73–76; Liessem, Spätgotische Fäkaliengrube, S. 54. Der Kern der Anlage soll älter sein als der in der „Alten Burg”.
45 Liessem, Topographie, S. 7–10.
46 Nikolaus von Kues war von 1427 bis 1439 Dechant des Stiftes St. Florin.
47 Liessem, Topographie, S. 10.
48 Heute Direktion Landesarchäologie, Außenstelle Koblenz.
49 Wegner, Stadtkernarchäologie, S. 112/113: Der Turm hatte eine Grundfläche von etwa 4,10 x 3,90 Metern.
50 Wegner, Stadtkernarchäologie, S. 112/113. Auf dem Grundstücken Mehlgasse 6-10 wurde eine Mauer entdeckt, die vielleicht im Zusammenhang mit dieser Anlage stand.
51 Gemeint ist das Mauerwerk im Bereich der Abfallgrube Nr. 1. Es ist auf der Lageskizze durch Schraffierung gekennzeichnet.
52 Direktion Landesarchäologie Koblenz, FB, Eing. Nr. 84/138.
53 Vgl. Mührenberg, Grundstücksteilung, S. 155–171: Auch auf den Grundstücken Hundestraße 9–17 in Lübeck wurden mehrfache Parzellenteilungen beobachtet, die sich auf einen Zeitraum von über 300 Jahren erstreckten. Eine Zusammenfassung der Grundstücksuntersuchungen in Göttingen gibt: Schütte, Entwicklung, S. 122.
54 LHA Ko, Best. 112, Nr. 1501, fol. 34 r und v sowie 36 v: Kapitelprotokolle vom 16. Juni, 5. Juli, 20. Juli und 4. August 1702. Die Wiederverwendung von Teilen des Vorgängerbaus wird vor allem im rückwärtigen Teil des Gebäudes sichtbar. Auf den steinernen Gewänden der Hoftür sind die Reste einer älteren Inschrift zu erkennen („ME JOANES…REFORMAVIT’).
55 Die folgenden Ausführungen sind das Ergebnis einer Bauuntersuchung, die der Verfasser zusammen mit Dr. Dr. Axel von Berg (heute Leiter der Außenstelle Koblenz der Direktion Landesarchäologie) im Januar 1993 durchführte.
56 Beide Schächte wurden inzwischen mit Beton verschlossen
57 Scharrieren = Oberflächenbehandlung von Steinen mit einem Scharriereisen, wodurch schmale, parallele Rillen entstehen.
58 Die folgenden Ausführungen beruhen auf den Untersuchungen, die der Verfasser im Januar und Februar 1993 zusammen mit Dr. Dr. Axel von Berg durchführte.
59 Der Raum hat eine Länge von 5,50, eine Breite von 4,20 und eine Höhe von 3,60 Metern. Vor Beginn der Sanierung waren die Kellerräume des Hauses Florinsmarkt 14 über 3,90 Meter hoch. Die Differenz ist auf die Ersetzung der ehemaligen Lehmböden durch Beton zurückzuführen. Die Gewölbeachse verläuft senkrecht zum Florinsmarkt.
60 Die Gewölbeachse verläuft senkrecht zum Florinsmarkt.
61 Die linke Nische besitzt eine Breite von 1,75 Metern und eine Höhe von 2,70 Metern.
62 Keller III besitzt eine Länge von 8,30 Metern, eine Breite von 5,30 Metern und eine Höhe von etwa 2,90 Metern. Die Gewölbedicke beträgt etwa 1,20 Meter. Vor Beginn der Sanierung war der Keller mit einer 80 Zentimeter hohen Schuttschicht verfüllt. Deswegen konnten damals genauere Vermessungen nicht durchgeführt werden.
63 Freundlicher Hinweis von Frau Renate Brühl, Koblenz.
64 Der Keller hat heute eine Breite von 2,25 Metern und eine Höhe von etwa 2,70 Metern. Der Boden wurde nachträglich aufgeschüttet.
65 Die folgenden Ausführungen beruhen auf Untersuchungen, die der Verfasser im März 1993 zusammen mit Herrn Dr. Dr. Axel von Berg vornahm.
66 Direktion Landesarchäologie Koblenz, FB, Eing. Nr. 90/120: Wegen der jüngsten Veränderungen im oberen Bereich der Treppe sind die ehemals in den Stufen angebrachten Grabinschriften nicht mehr erhalten. Im Sommer 1990 waren sie noch deutlich zu erkennen.
67 Der Verbindungsgang zwischen beiden Kellern ist nicht sehr alt. Er wurde wahrscheinlich erst im Zusammenhang mit den Luftschutzmaßnahmen im zweiten Weltkrieg ausgebaut. Damals hat man auch die anderen Häuser des Sanierungsgebietes mit Gängen untereinander verbunden, um im Falle der Zerstörung der Gebäude durch Bomben Fluchtmöglichkeiten zu schaffen.
68 LAD Koblenz, FB, Eing. Nr. 90/120.
69 Michel, Kunstdenkmäler, S. 265.
70 Wegen der nachträglichen Aufstockung des Hauses im 19. Jahrhundert und der völligen Modernisierung der Fassade kann eine entsprechende Proportionierung für die der Florinspfaffengasse zugewandte Seite nicht mehr nachgewiesen werden
71 Direktion Landesdenkmalpflege Mainz, Ordner K-166, Az. II-K (Florinspfaffengasse); Hausakten der Sanierungsstelle. Fenster- und Türrahmungen wurden aus Tuffstein und Basalt hergestellt.
72 Kreuzgewölbe findet man auch unter dem Neubau Mehlgasse 3 und dem gründerzeitlichen Gebäude Burgstraße 10, dessen Keller durch spätere Veränderungen völlig entstellt worden ist.
73 Direktion Landesdenkmalpflege Mainz, Ordner K-175, Az. II-K.
74 LHA Ko, Best. 560, Nr. 159, Akten Nr. 306: Im Juli 1689 hieß es, dass das Haus des Glöckners der Liebfrauenkirche ,,[...]Durch eine oben durch das Dach, und [...] durch das ganze Hauß bis zum Boden [...] eingefallen Schlagbombe [...]” schwer beschädigt und nur notdürftig wieder repariert worden war.
75 StAK, Best. 623, Nr. 1137, Nr. 63: Stadtbaumeisterei-Beilage vom 9. Juni 1714; LHAKo, Best. 54 B, Nr. 3898: Undatierte Auflistung der am Bürresheimer Hof vorgekommenen Bauarbeiten [ca. 1705/1706]. Hin und wieder gibt es Schriftstücke, die Mitteilungen über Baumaßnahmen enthalten. So lassen sich die umfangreichen Arbeiten am städtischen Brauhaus rekonstruieren, die auch die Kellergewölbe betrafen. Detailliertere Informationen gibt es auch im Falle des Bürresheimer Hofes am Florinsmarkt. Unter dem „Kutschenhaus” wurde Anfang des 18. Jahrhunderts ein neuer Keller errichtet. Bei der Ausführung müssen aber Teile eines älteren Gewölbes stehen geblieben sein, denn es ist ausdrücklich davon die Rede, dass man drei Fensteröffnungen und eine Türöffnung ,,[...]durch das alte gewölb [...]” brechen ließ.
76 Ob es sich bei dem romanischen Keller des Hauses Florinspfaffengasse 5 um das Erdgeschoss des (turmartigen?) Vorgängerbaus handelte, kann nicht mit Sicherheit gesagt werden, da man keine Angaben über das mittelalterliche Straßenniveau machen kann.
77 Vgl. MM, Inv. Nr. G 2069: Stadtplan von Georg Josef Raab aus dem Jahr 1765; vgl. LHA Ko, Best. 702, Nr. 78: Vogelperspektivische Ansicht von Koblenz und Ehrenbreitstein (1730).
78 Noch in den Bauordnungen von 1847 und 1854 wird das Verbot von Kellerhälsen aufgeführt

 

 

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