Altenhof


Typische Altstadtstraße, in West-Ost-Richtung parallel zum Altengraben verlaufend. Der Straßenzug wird durch Marktstraße und Hohenfelder Straße begrenzt. Die Straße dürfte wohl mindestens seit dem 13. Jh. bestehen, wurde im Herbst 1688 erstmals vollständig zerstört. Beim Wiederaufbau wurden sowohl Straßenverlauf als auch Parzellenstruktur völlig verändert und Häuserblocks in der Tradition des Barocks geschaffen. Auf Höhe des Hauses Altenhof 11 ist die alte Grundstücksstruktur jedoch noch deutlich ablesbar. Demnach war dieses Gebäude samt Nebenbauten ursprünglich Bestandteil einer größeren Hofanlage. Diese Anlage könnte der Straße auch ihren Namen gegeben haben. In den frühen Quellen zum Koblenzer Stadtmauerbau (1289) ist von einer „via super antiqua curia“ die Rede.

 

1853 leitete auch der Chronist Christian Stramberg den Straßennamen von einer größeren Hofanlage in diesem unmittelbar an die spätantike Stadtmauer grenzenden Bereich ab. Die Altenhofstraße wurde lange als Standort eines fränkischen Königshofs interpretiert. Hinweise für eine Richtigkeit dieser These gibt es allerdings nicht mehr. 1944 wurde fast die gesamte Nordseite der Straße zerstört, während viele Gebäude auf der Südseite ebenso wie auch das komplizierte Gewirr von Kellern und die Nebenbauten im Innenhofbereich (der direkt an die Gebäude auf der Nordseite des Altengrabens grenzt) erhalten blieben. Auf der Nordseite des Altenhofs blieben dagegen nur das historische Kellersystem und der um die Jahrhundertwende errichtete Klinkerbau Altenhof 8 erhalten. Letzterer wurde aber im Zuge der Altstadtsanierung bis auf den Keller und die straßenseitige Fassade abgebrochen. Die heutigen Zeilenwohn- und Geschäftshäuser stehen allesamt auf zum Teil noch vorbarocken, mit Segmenttonnen gewölbten Bruchsteinkellern.


Altenhof 1
Alte Hausnummer: 23


Geschichte: Das aus dem 18./19. Jahrhundert stammende Wohn- und Geschäftshaus wurde im Krieg völlig zerstört. Es hatte fünf Geschosse. Erdgeschoss und erstes Obergeschoss waren zu Verkaufsetagen ausgebaut worden. In den anderen Geschossen befanden sich jeweils drei Fensterpaare. Das Bürgerhaus besaß ein Satteldach mit vier Dachhäuschen. 1948 erfolgte der Aufbau des Erdgeschosses. In jüngster Zeit wurde an gleicher Stelle ein viergeschossiger, vierachsiger Neubau mit Satteldach errichtet. Der Zugang zum Haus erfolgt von der Marktstraße. Das mittige Zwerchhaus besitzt große Glasflächen.


Quellen: StAK, Fach 21; Akten der Bauaufsicht.


Altenhof 2
Alte Hausnummer: 42


Grundstücksgröße: 122,7 qm
Bebaute Fläche: 122,7 qm1


Geschichte: Das im Krieg zerstörte Wohn- und Geschäftshaus wurde 1953/54 neu errichtet. Der aus Ziegel- und Bruchsteinmauerwerk2 bestehende Keller konnte im Zuge der Bestands-aufnahmen weder aufgemessen noch untersucht werden. Der fünfachsige Vorgängerbau hatte wahrscheinlich zunächst drei Geschosse, wurde aber später um eine Etage aufgestockt. Er besaß ein Satteldach mit fünf Dachhäuschen. Der Grundriss lässt auf eine Errichtung des Vorgängerbaus im späten 18. oder frühen 19. Jahrhundert schließen. Das heutige dreigeschossige Gebäude mit Putzfassade, Satteldach und drei-fenstriger Gaube hat drei Achsen. Der Eingang wurde mittig angeordnet, links und rechts die beiden Läden. In den Obergeschossen befinden sich jeweils drei Doppelfenster.


Quellen: Hausakten der Sanierungsstelle; Akten der Bauaufsicht; StAK, Fach 21.
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Anmerkungen:

 

1 Die nachfolgend für den Altenhof angegebenen Grundstücksgrößen ermittelte die Sanierungsstelle im Zuge ihrer Bestandsaufnahmen (1986). Dabei ergaben sich zum Teil erhebliche Abweichungen vom Katasterplan.
2 Wenn im folgenden „Bruchstein” erwähnt wird, ist immer die für die Region typische Grauwacke gemeint.


Altenhof 3
Alte Hausnummer (Vorgängerbau): 24


Geschichte/Konstruktion: Am 20. Oktober 1908 beantragte die Witwe Josef Meyer, ihr Geschäftshaus im Altenhof abzubrechen und an gleicher Stelle ein neues zu errichten. Im Kellergeschoss sollten die Umfassungswände des alten Gebäudes weitgehend erhalten bleiben und der übrige Teil des Grundstücks ebenfalls unterkellert werden. Wie das alte Mauerwerk sollten auch die neuen Wände in Bruchstein ausgeführt werden (Stärke = 65 cm). Ferner war geplant, die Kellerdecke mit Betonkappen zwischen I-Trägern zu versehen. Die alten Umfassungswände des Erdgeschosses und der beiden Obergeschosse blieben ebenfalls weitgehend bestehen. Alle anderen Mauern und Trennwände wurden entweder aus Ziegeln oder aus Holz-fachwerk, Zementdielen und Bimssteinen hergestellt. Die Planung und Bauleitung übernahm Architekt Fritz Thalwitzer. Für die Bauausführung war das Baugeschäft des Architekten Carl Becker zuständig. Die Schlussabnahme erfolgte Ende September 1909.


Kurzbeschreibung des Vorgängerbaus: Bau mit gewerblich genutztem Erdgeschoss, Halbgeschoss und zwei Obergeschossen. Die sechs kleinen Viereckfenster im zweiten Obergeschoss waren in zwei Dreiergruppen zusammengefasst. Das nach Michel gegen Ende des 17. Jahrhunderts errichtete Gebäude hatte ein Satteldach mit großem Schweifgiebel.


Beschreibung: Traufständiges, dreigeschossiges und vier achsiges Wohn- und Geschäftsgebäude. Das Haus hat ein Satteldach. Die gesamte Fassade wurde mit Tuff Steinplatten verblendet. Das Gebäude besitzt einen zweigeschossigen Erker mit Viereckfenstern (zweite und dritte Achse) . Im Erdgeschoß links befindet sich der Eingang, rechts davon die Schaufensterfront. Die linke Achse ist durch Drillingsfenster gegliedert. An der gesamten Straßenfront bestehen Gewände, Brüstungen und die profilierten Gesimse aus gelbem Sandstein. Im Brüstungsfeld zwischen dem ersten und zweiten Obergeschoss sind Kassetten- und Ovalmotive zu erkennen. Die mittig angeordnete Dachgaube mit drei Vier-ecksfenstern ist verschiefert. Darüber befindet sich ein neues Zwerchhaus mit Dreiecksgiebel. Der Dachbereich ist durch ein Traufgesims mit Kassettenuntersicht und „griechischen” Orna-menten wie Mäander und Eierstab optisch vom Aufgehenden getrennt.


Bemerkung: Das Haus mit seiner Naturstein-Fassade ist wesentlich einfacher gestaltet als die eklektizistischen Bauten in der Eltzerhof- und Görresstraße. Es gehört zusammen mit den Gebäuden Münzplatz 14/15 und „An der Liebfrauenkirche” 17 zu der kleinen Gruppe von Bauten in der Koblenzer Altstadt, die im Sinne des Traditionalismus verwirklicht wurden. In den anderen Stadtteilen war dieses „traditionelle” Bauen verbreiteter. Dies zeigen zum Bei-spiel die Bauten der Handwerkskammer Koblenz am Friedrich-Ebert-Ring.


Quellen: Michel, Kunstdenkmäler, S. 231/232 und 524 (Zwerchhaus Abb. 8); Akten der Unteren Denkmalschutzbehörde; StAK, Fach 21.


Altenhof 4
Alte Hausnummer (Vorgängerbau): 41


Grundfläche Erdgeschoss: 73,9 qm


Geschichte: Das im Krieg völlig zerstörte Wohn- und Geschäftsgebäude wurde auf dem Trümmergrundstück zwischen 1950 und 1953 neu errichtet. Vom einstigen historischen Bruchstein-Gewölbekeller sind noch die Wände erhalten. Dagegen führte man die Kellerdecke in Stahlbeton aus. Der Vorgängerbau stammte aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Dieses Haus besaß vier Stockwerke zu drei Achsen und ein Zwerchhaus mit flachem Dreiecksgiebel. Das heutige Gebäude mit Putzfassade (das Erdgeschoss ist verklinkert) hat vier Geschosse zu drei Achsen und ein Satteldach. Im Erdgeschoss befinden sich links und rechts neben der Schaufensteranlage zwei Eingänge.


Quellen: Hausakten der Sanierung s stelle; StAK, Best. 623, Nr. 9117: Kleinere Ausbesserungsarbeiten am Vorgängerbau (1930–1941); Michel, Kunstdenkmäler S. 233 und 527 (Zwerchhaus Abb. 27).


Altenhof 5
Alte Hausnummer: 25


Geschichte: Nach Michel schenkten die damaligen Besitzer, der Kanoniker Johann Balthasar Schweikhardt und seine Schwester, im Jahre 1679 das Haus den Jesuiten. Die nachträgliche Aufstockung und Umgestaltung der Fassade um das Jahr 1900 haben den ursprünglichen Charakter des Hauses zerstört, sodass eine genaue Datierung nicht möglich ist. Die Um-bauarbeiten betrafen wahrscheinlich auch das Erdgeschoss, denn man hat den Eingang von der Mitte an die linke Seite verlegt. Die alten Bauunterlagen geben – abgesehen von der Veränderung der Schaufensteranlage im Februar 1925 – keine Informationen über historische Details oder über nachträgliche bauliche Veränderungen.


Konstruktion: Das mit einer Putzfassade versehene Haus wurde in einer Mischbauweise errichtet.


Beschreibung: Traufständiges, viergeschossiges und dreiachsiges Wohn- und Geschäftsgebäude. Das Haus hat ein Satteldach und drei Dachhäuschen mit Dreiecksgiebeln oberhalb der Achsen. Das Erdgeschoss ist durch auf Postamenten ruhende kannelierte Pilaster mit schmucklosem Kapitellabschluss gegliedert. Auf der linken Seite befindet sich die Eingangsnische, rechts daneben ein großes Viereckschaufenster mit Ladeneingang (Gastwirtschaft). Die Fassade wird in den Obergeschossen durch profilierte Sohlbankgesimse und ein weit auskragendes, profiliertes Dachgesims gegliedert.


Beschreibung laut Brandversicherungskataster (1821–1834): Zweistöckiges Wohnhaus in Fachwerk, zweistöckiger Hinterbau aus Holz.


Grundriss: Typ 3.


Quellen: Michel, Kunstdenkmäler, S. 232; Akten der Unteren Denkmalschutzbehörde; StAK, Best. 623, Nr. 2045, Blatt 72; StAK, Fach 21.


Altenhof 6
Alte Hausnummer (Vorgängerbau): 40


Grundfläche Erdgeschoss: 87,4 qm


Geschichte: Das Wohn- und Geschäftshaus wurde 1954 auf dem alten, nachträglich unter-teilten Bruchsteinkeller mit Segmentbogenton-ne neu errichtet. Das heutige viergeschossige Gebäude hat vier Achsen. Der Hauseingang befindet sich links neben einem Schaufenster mit Geschäftszugang (Gastwirtschaft). Die Viereckfenster der Obergeschosse sind mit Putzfaschen ausgestattet. Der mit einer Putzfassade versehene Bau besitzt ein Satteldach mit dreifenstriger Gaube.


Quellen: Hausakten der Sanierungsstelle; Akten der Bauaufsicht.


Altenhof 7
Alte Hausnummer: 26


Geschichte: Das Alter des Hauses ist nicht mehr genau zu bestimmen. Zwar deutet die Gestaltung der Fassade des Gebäudes auf eine Datierung in das 19. Jahrhundert hin, doch sagt diese Feststellung noch lange nichts über die tatsächliche Entstehungszeit aus. Im März 1912 wurden der alte Haus- und Ladeneingang an die linke Seite verlegt, die Innenwände im Erdgeschoss herausgenommen. Die baulichen Veränderungen betrafen aber nicht das Trep-penhaus. Es lag bereits vor dem Umbau auf der linken Seite im hinteren Bereich des Gebäudes. Im Sommer 1994 wurde das ganze Haus bis auf die Balkenlagen entkernt.


Konstruktion: Das mit einer Putzfassade versehene Haus wurde in einer Mischbauweise errichtet.


Beschreibung: Traufständiges, viergeschossiges und dreiachsiges Wohn- und Geschäftsgebäude. Das Haus hat ein Satteldach und drei Dachhäuschen oberhalb der Achsen. Die Etagen werden durch einfach gestaltete Sohlbankgesimse und ein profiliertes, auf mehreren Konsolen ruhendes Traufgesims (der Übergang zur Fassade ist zahnfriesartig gestaltet) optisch voneinander getrennt. Die Fenster sind rechteckig und haben profilierte Gewände und horizontale Verdachungen. Diese Verdachungen ruhen – wie es für die Neorenaissance typisch ist – im ersten Obergeschoss auf volutenförmigen, blattartigen Konsolen. Die Fensterbrüstungen in den Obergeschossen haben gusseiserne Gitter mit Ran-kenwerk.


Geschosshöhen (nach den Plänen von 1928):

  • Keller 2,70 m;
  • Erdgeschoss 3,75 m;
  • 1. und 2. Obergeschoss 3,20 m;
  • 3. Obergeschoss 3,00 m;
  • Dachgeschoss 2,33 m;
  • Speicher 2,00 m


Grundriss: Typ 4.


Quellen: Akten der Unteren Denkmalschutzbehörde; StAK, Fach 21.


Altenhof 8
Alte Hausnummer (Vorgängerbau): 39


Grundfläche Erdgeschoss: 59 qm


Geschichte: Bei dem Haus handelt es sich um ein Wohn- und Geschäftsgebäude mit ausge-bautem Dachgeschoss. Das Gebäude wurde Anfang der 80er-Jahre bis auf die Fassade am Altenhof abgerissen und anschließend neu errichtet. Das ursprüngliche Alter des Hauses lässt sich heute nicht mehr eindeutig bestimmen. Der Eigentümer ließ die Fassade im Jahre 1899 umgestalten. Das Haus wurde im Krieg beschädigt.
Konstruktion: Massivbau mit Klinkerfassade.


Beschreibung: Traufständiges, dreigeschossiges (+ Halbgeschoss) und zweiachsiges Haus. Das Gebäude hat ein Satteldach mit einer mittig angeordneten, zweifenstrigen Gaube. Das Erdgeschoss wird durch eine Putzquaderung betont. Auf der linken Seite befindet sich die Eingangstür, auf der rechten ein großes Schaufenster. Die Trennung erfolgt durch einen gusseisernen, kannellierten Pilaster mit Kompositkapitell. Die Fassade ist in den Obergeschossen verklinkert. Die Etagen sind durch profilierte, mit Ziegelsteinrollschichten versehene Stockgesimse optisch voneinander getrennt. Die Fenster im ersten und zweiten Obergeschoss haben segmentbogige Abschlüsse und doppelte Ziegelstein-Rundstabeinlagen. Unter dem Traufgesims befinden sich zwei Viereckblendfenster mit Mosaikdarstellungen. An den Brüstungen sind schmiedeeiserne Gitter (mit sich Andreas-kreuzartig angeordneten Stäben und Vierecken im Überschneidungsbereich) angebracht. Die hölzerne Eingangstür ist mit Drechselarbeiten und Schnitzereien versehen. Die Glasflächen (Bleiglas) werden durch ein schmiedeeisernes Gitter geschützt. Das Oberlicht besteht ebenfalls aus Bleiglas.


Bemerkung: Mit seiner verklinkerten Fassade gehört das Gebäude zu den eklektizistisch ge-stalteten Häusern des ausgehenden 19. Jahrhunderts, wie sie zum Beispiel auch in der Görresstraße (Nr. 8, 8a und 10) zu finden sind. Mit Ausnahme des Kompositkapitells weist dieses Haus keine signifikanten stilistischen Merkmale auf.


Quellen: Hausakten der Sanierungsstelle; Akten der Unteren Denkmalschutzbehörde; StAK, Fach 21.


Altenhof 9
Alte Hausnummer: 27


Geschichte: Das Gebäude ist nach stilistischen Kriterien nur schwer zu datieren. Der Zahnschnitt unterhalb des Traufgesimses ist einziger stilistischer Anhaltspunkt. Dieses Motiv wurde vor allem bei den klassizistischen Koblenzer Bürgerhäusern gerne angewandt, ist also keine sichere Datierungsgrundlage. Genauere Informationen liegen nur über spätere bauliche Veränderungen vor. So erfolgte 1930 der Ausbau des Dachgeschosses. Die Fassade ist in jüngerer Vergangenheit umgestaltet worden. Gleiches gilt für die Fenster mit den darüber befindlichen Rolladeneinbauten.


Konstruktion: Massivbau mit Putzfassade.


Beschreibung: Traufständiges, viergeschossiges und fünf achsiges Haus. Angegliedert ist ein einachsiger, viergeschossiger Bau, der im Bereich einer ehemaligen Brandgasse steht. Das Wohnhaus hat ein Satteldach und vier Dachhäuschen (zwischen den Achsen – links drei ein-fache Aufbauten, rechts ein dreifenstriges Dachhäuschen). Das Erdgeschoss wird durch eine Putzquaderung betont. Der Hauseingang befindet sich auf der rechten Seite. Oberhalb der Holztür, die wahrscheinlich in der Zeit der ersten Fassadenneugestaltung in den 20er Jahren eingebaut wurde, ist ein gläsernes Oberlicht angebracht. Der Zugang zum Geschäftsbereich liegt unterhalb der zweiten Achse von links. Die hölzerne, teil verglaste, zweiflüglige Holztür mit Oberlicht stammt wohl ebenfalls aus den 20er-Jahren. Erdgeschoss und erstes Obergeschoss sind durch ein Stockgesims optisch voneinander getrennt. Das auf zwei Konsolen ruhende profilierte Traufgesims (mit zahnfriesartigem Übergang zur Fassade) kragt weit aus. Die Viereckfenster haben Putzfaschen.


Quellen: Akten der Unteren Denkmalschutzbehörde; StAK, Fach 21.


Altenhof 10/12
Alte Hausnummer (Vorgängerbau): 38–37


Grundstücksgröße: 286,9 qm (einschließlich Münzplatz 3)


Bebaute Fläche: 286,9 qm (einschließlich Münzplatz 3)


Geschichte: Das Wohn- und Geschäftshaus Altenhof 10–12 wurde 1950 zunächst zweigeschossig auf vorhandenem Keller wieder aufgebaut. 1957/1958 erweiterte man das Gebäude um ein Geschoss (mit ausgebautem Satteldach) und errichtete zusätzlich einen dreigeschossigen Bau am Münzplatz (Nr. 3). Dadurch entstand eine durchgehende Bebauung vom Altenhof bis zum Münzplatz. 1965 ließen die Eigentümer im Mittelbereich, der Alt- und Neubau miteinander verbindet, eine weitere Aufstockung vornehmen. Aus der historischen Bauakte geht hervor, dass es sich beim Vorgängerbau um ein dreigeschossiges, dreiachsiges Barockgebäude mit Zwerchhaus handelte. Das im Krieg zerstörte Gebäude hatte eine Fassadenbreite von rund neun Metern und entstand wohl Anfang des 18. Jahrhunderts. Das heutige Haus mit Putzfassade hat drei Geschosse und sechs Achsen. Das gewerblich genutzte Erdgeschoss wurde mit Platten verkleidet. Im Dachbereich befinden sich drei zweifenstrige Gauben.


Quellen: Hausakten der Sanierungsstelle; StAK, Fach 21; Akten der Bauaufsicht.


Altenhof 11
Die Rückseite des Hauses Altenhof 11 (Ansicht Altengraben).
Alte Hausnummer: 28


Bemerkung: Die Fassade des aus der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts stammenden Gebäudes am Altenhof wurde in den 20er-Jahren neu gestaltet. Das schmale, wahrscheinlich nachträglich aufgestockte Haus ist an der Straßenseite schmal. Nach hinten erweitert sich das Grundstück, sodass die Fassade des rückwärtigen Gebäudeteils fast dreimal so breit ist wie die am Altenhof. Im Kern geht die gesamte Anlage auf einen mittelalterlichen Hof zurück, dessen Dimensionen sich noch heute im Katasterplan ablesen lassen. Um einen Innenhof gruppieren sich zwei Nebengebäude und die fensterlose Rückwand des Gebäudes Altengraben 15. Die Räume im Nebenbau werden heute entweder zu Wohnzwecken oder als Lager genutzt. Interessant ist das Schicksal des vorderen Kellergewölbes. Im Zuge des Ausbaus der Geschäftsräume im Erdgeschoss (1928) wurde das alte Kellergewölbe beseitigt und eine Betondecke mit Eisenträgern hergestellt. Die mittelalterlichen, im 17. Jahrhundert modifizierten Gewölbe im hinteren Abschnitt des Gebäudes sind noch erhalten. Im Zweiten Weltkrieg wurde der Hauptkeller als Luftschutzkeller genutzt.


Altenhof 11, Fassade an der Straßenseite Altenhof. Der Eindruck eines Rhenischen Dreifensterhauses täuscht.


Beschreibung Straßenseite: Traufständiges, viergeschossiges und dreiachsiges Wohngebäude mit Gastwirtschaft. Das Haus hat ein Satteldach mit einem Dachhäuschen oberhalb der mittleren Achse. Auf der rechten Seite des Erdgeschosses befindet sich der Eingang mit einer vom Anfang des Jahrhunderts stammenden zweiflügligen Holztür (mit Oberlicht). Sie wird durch einen höl-zernen Pilaster gegliedert. Oberhalb der plattenverkleideten Ladenzone im Erdgeschoss be-findet sich – auf Höhe des Balkons – ein Stockgesims. Die Obergeschosse werden durch drei Sohlbankgesimse optisch voneinander getrennt. Die Gesimse bestehen – mit Ausnahme des profilierten hölzernen Traufgesimses – aus Basalt, ebenso Einfassungen der Viereckfenster sowie zwei geschwungene, schräg gestellte Konsolen, auf denen der mit einem schmiedeeisernen Geländer (mit den Buchstaben F und L) versehene Balkon ruht. Die Einfassungen der Viereckfenster bestehen ebenfalls aus Basalt. Von den bei Michel genannten Blendbögen ist nichts mehr zu sehen.


Geschosshöhen nach den Plänen von 1928:

 

  • Kellergeschoss 1,80 m;
  • Zwischenraum 0,80 m;
  • 1. Obergeschoss 3,15 m;
  • 2. und 3. Obergeschoss 3,10 m;
  • Dachgeschoss 4,20 m.

Mauerwerk: Massivbauweise mit Verputz.


Beschreibung laut Brandversicherungskataster (1821–1834): Vierstöckiges, massives Wohnhaus, einstöckiger massiver Hinterbau, einstöckiger Stall von Holz.


Quellen: Michel, Kunstdenkmäler, S. 232; Akten der Unteren Denkmalschutzbehörde; StAK, Best. 623, Nr. 2045, Blatt 72; StAK, Fach 21.


Altenhof 13–17


Alte Hausnummer: 29–31


Bemerkung: Die aus dem 18. Jahrhundert stammenden Gebäude wurden im Krieg völlig zerstört. An ihrer Stelle stehen heute zwei moderne Wohn- und Geschäftshäuser (Restaurant und Gastwirtschaft).


Quellen: Michel, Kunstdenkmäler, S. 232/233; StaK, Fach 21


Altenhof 14
Alte Hausnummer (Vorgängerbau): 36


Grundstücksgröße: 271,2 qm (einschließlich Münzplatz 4)


Geschichte: Das bis zur Südseite des Münzplatzes reichende Wohn- und Geschäftshaus wurde nach dem Krieg unter Einbeziehung alter Bauteile neu errichtet (1950–1952/Umbau 1963–1964). Vom alten Bau sind nur noch zwei Kellerräume (mit einer Bruchstein-Segmentbogentonne) auf der Nordseite des Altenhofes erhalten. Beim Vorgängerbau handelte es sich um ein dreigeschossiges Wohn- und Geschäftshaus, das im Kern aus dem 18. Jahrhundert stammte, später aber mehrfach verändert wurde. Das heutige Gebäude hat drei Geschosse, fünf Achsen und ein Satteldach mit fünffenstriger Gaube. Der Eingang befindet sich auf der rechten Seite, daneben eine große Schaufensteranlage.


Quellen: Hausakten der Sanierungsstelle; Akten der Bauaufsicht; StAK, Fach 21.


Altenhof 19
Hohenfelder Straße 1-3
Alte Hausnummer: 3–4 (vor dem Krieg Altengraben 1–3).


Geschichte: Der Antrag des Leonhard Longard zur Erbauung eines Wohn- und Geschäftshau-ses lag den Behörden bereits im November 1904 vor. Da die Größe des Innenhofes von den Vorschriften in der Bauordnung abwich und Korrekturen der Fluchtlinien am Altengraben er-forderlich waren, verzögerte sich das Genehmigungsverfahren. Ungewöhnlich war der Plan des Architekten Carl Rudolph, das Haus in einer Eisenfachwerkkonstruktion zu errichten. Diesem Ansinnen standen die Behörden zu nächst kritisch gegenüber. Die geänderten Pläne, die Bauherr und Architekt am 15. Januar 1906 einreichten, wurden schließlich am 27. März 1906 genehmigt. Die Schlussabnahme für das Haus erfolgte am 29. November 1906.


Konstruktion: Verputztes Eisenfachwerk mit Bims- und Ziegelsteinausmauerung.


Beschreibung: Traufständiger, fünfgeschossiger Bau an der Ecke Altenhof/Hohenfelder Stra-ße.1 Das Wohn- und Geschäftsgebäude hat ein Pultdach, das zur Hohenfelder Straße hin flach ausläuft. Die Geschosse und der Dachbereich sind durch profilierte Stock- und Sohlbankgesimse sowie ein weit auskragendes Traufgesims mit Freigespärre optisch voneinander getrennt. Neben einem viergeschossigen Eckerker (oberhalb des Erdgeschosses am Einmündungsbereich Altenhof/Hohenfelder Straße) ist ein ungefähr in der Mitte der Fassade über der Ladenzone ansetzender dreigeschossiger, auf schmucklosen Konsolen ruhender Viereckerker mit geschweiftem Zwerchgiebel für das Haus besonders kennzeichnend. Auf der rechten Seite des letztgenannten Erkers sind vom ersten bis zum dritten Obergeschoss Balkone angegliedert. Diese haben jeweils zwei Arkaden mit segmentbogigen Abschlüssen. Das mit Blattwerk verzierte Giebelfeld wird durch Pilaster, profilierte Gesimse und zwei Viereckfenster gegliedert. Im Brüstungsfeld darunter ist ein Dekor mit Blattwerkstuck und einem Wappenmotiv zu erkennen. Oberhalb der Balkonanlage befindet sich ein kleiner, geschwungener Aufbau, der ebenfalls mit Blattwerk und einem Wappenmotiv geschmückt ist. Mit Ausnahme des großen Erkerfensters im dritten Obergeschoss und den Fenstern im ersten und dritten Obergeschoss der Schmalseite (Altenhof) hat das Gebäude Viereckfenster. Die Gewände im ersten Obergeschoss besitzen zum Teil segmentbogige Abschlüsse (mit Schlusssteinen). In einigen Brüstungsfeldern wurden reiche, pflanzenartige Verzierungen angebracht. Die aus der Erbauungszeit stammende, einfach gestaltete und teilverglaste (vergitterte) Haustür am Altenhof ist noch erhalten.


Bemerkung: Bei der Fassadengestaltung kamen drei verschiedene Stile zur Anwendung: Neorenaissance (zum Beispiel beim Viereckerker), Neobarock (zum Beispiel der geschwungene Aufbau oberhalb des Balkons und auch Jugendstil (bei den Pflanzenornamenten).


Geschosshöhen (laut Originalplan):

 

  • Erdgeschoss 4,25 m;
  • 1. bis 3. Obergeschoss 3,40 m;
  • Dachgeschoss 2,80 m.

Bemerkung: Zusammen mit den Gebäuden “An der Liebfrauenkirche” 16 und 17a gehört das Mietshaus zu den Bauten in der Altstadt, an denen zuerst neue Baustoffe wie Stahl (fachwerk) und Beton im größeren Umfange verwendet wurden.


Quellen: Akten der Unteren Denkmalschutzbehörde; Michel, Kunstdenkmäler, S. 229 (Vorgängerbau); StAK, Fach 21.
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Anmerkung:
1 Das vierachsige Gebäude hat im Eckbereich zusätzlich eine Erkerachse und eine weitere Achse auf der Seite Altenhof.

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