An der Liebfrauenkirche


Straße im Heizen der Altstadt, in Ost-West-Richtung zwischen Marktstraße und Braugasse angelegt. Vor dem Zweiten Weltkrieg ein Teil der Marktstraße, die neben Gemüse-, Mehl- und Braugasse Standort des Gemüsemarktes war. Der „Dilbecker-Plan“ von 1794 nennt allerdings schon die heutige Straßenbezeichnung. Bis 1777 lag der Liebfrauenkirchhof in diesem Bereich. Nach den Zerstörungen des Pfälzischen Erbfolgekrieges im Herbst 1688 wurden die Baufluchten neu geordnet. Fassaden wurden ein Stück zurückversetzt, sodass die älteren Keller heute ein Stück in die Straße hineinreichen. In diesem Abschnitt der Altstadt Wohn- und Geschäftshäuser in Zeilenbauweise mit Konzentration der schmalen „Rheinischen Dreifensterhäuser“, die in der Regel zwischen 1700 und Mitte des 19. Jahrhundert entstanden. Die Häuser l bis 11 (ungerade Nummern) bilden eine Denkmalzone.


Die für die Straße „An der Liebfrauenkirche“ angegebenen Maße wurden während der Bestandsaufnahmen vor Beginn der Sanierung ermittelt. Da die Erneuerungsarbeiten an den meisten Gebäuden noch nicht begonnen haben, sind die aufgeführten Daten auch heute noch gültig.


An der Liebfrauenkirche 1
Alte Hausnummer: 60
Vor dem Krieg Marktstraße 15 [1]


Grundstücksgröße: 240 qm
Bebaute Fläche: 231,80 qm


Geschichte: Das Haus stammt vom Anfang des 18. Jahrhunderts. Zumindest ein Teil der sie-ben Kellerräume dürfte das Alter des Hauptbaus übersteigen; zwei Räume liegen zum Teil unter der Straße „An der Liebfrauenkirche”. Bei dem historischen Bürgerhaus handelt es sich um einen Fachwerkbau, der nachträglich verputzt wurde. Die alten Unterlagen sagen kaum etwas über die Geschichte des Hauses aus. Allerdings ist in einem Bauantrag vom 29. Sep-tember 1890 von der Aufstockung des Seiten-und des Hintergebäudes die Rede. Der Eigentü-mer ließ das Bauvorhaben auch ausführen, denn als Datum der Schlussabnahme ist der 10. September 1891 überliefert. Außerdem haben sich Informationen über bauliche Veränderungen im Erdgeschoss des Gebäudes vom Sommer 1906 erhalten.


Konstruktion: Das Kellergeschoss besteht teils aus Bruchstein-, teils aus Ziegelsteinmauer-werk. Die Außenwände im Erdgeschoss sind massiv (Dicke = 70-46 cm). In den anderen Etagen bestehen die Wände überwiegend aus Fachwerk.
Decken: Der siebenräumige Keller ist im vorderen, älteren Teil mit einer Segmentbogentonne und einer Kreuzkappendecke, im hinteren, jüngeren Abschnitt mit Segmentbogen- und Flach-decken ausgestattet. In den anderen Geschossen wurden Holzbalkendecken mit Einschüben und Füllungen eingebaut.


Beschreibung: Das Eckhaus besitzt auf der Seite zur Straße An der Liebfrauenkirche vier, auf der Seite zur Münzstraße drei Achsen. Das Wohn- und Geschäftsgebäude hat ein schiefergedecktes, einseitig abgewalmtes Satteldach mit einer dreifenstrigen Gaube (Seite Münzstraße). Sehr auffällig sind die unterschiedlichen Fensterabstände und das asymmetrisch aufgesetzte Zwerchhaus (Seite „An der Liebfrauenkirche”). Das Gebäude wurde im Erdgeschoss umgestaltet. Die oberen Geschosse sind durch ein profiliertes Stock- und ein auskragendes, ebenfalls profiliertes Traufgesims voneinander getrennt. Die Viereckfenster haben Putzfaschen. Das wahrscheinlich erst spätbarocke Zwerchhaus hat einen geschwungenen, gesimsunterteilten Giebel mit hölzernen Schweifbalken, die im oberen Bereich mit volutenförmigen Schnitzereien versehen sind. Im ersten Obergeschoss befindet sich auf der Seite zur Münzstraße eine Rundbogennische mit der Plastik des „Augenrollers”. An das Haus schließt sich rückwärtig ein unterkellertes Hintergebäude an.


Beschreibung laut Brandversicherungskataster (1821–1834): Dreistöckiges Wohnhaus, vorne massiv, ein Stock Stein, zwei Stock Holz, dreistöckiger Nebenbau aus Holz, zweistöckiger Hinterbau aus Holz.


Geschossflächen:

 

  • Erdgeschoss 230,80 qm;
  • 1. Obergeschoss bis Dachgeschoss 202,72 qm.

 

Wohnflächen:

 

  •  Erdgeschoss 168,47 qm;
  • 1. Obergeschoss 134, 57 qm;
  • 2. Obergeschoss 140,08 qm;
  • Dachgeschoss 119,70 qm.

 

Geschosshöhen:

 

  • Keller 4,00-2,83 m;
  • Erdgeschoss 3,58-4,10 m;
  • 1. Obergeschoss 3,07 m;
  • 2. Obergeschoss 2,85 m;
  • Dachgeschoss 2,86 m;
  • Speicher 3,25 m.


Quellen: Michel, Kunstdenkmäler, S. 249; Akten der Unteren Denkmalschutzbehörde; StAK, Best. 623, Nr. 2045, Blatt 24; Hausakten der Sanierungsstelle; StAK, Fach 107.
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1 Die für die Straße An der Liebfrauenkirche angegebenen Maße wurden während der Bestandsaufnahmen vor Beginn der Sanierung ermittelt. Da die Erneuerungsarbeiten an den meisten Gebäuden noch nicht begonnen haben, sind die aufgeführten Daten auch heute noch gültig.


An der Liebfrauenkirche 2
Alte Hausnummer: 121
Vor dem Krieg Marktstraße 16


Geschichte: Das Haus weist äußerlich keine besonderen historischen Merkmale auf. Alters-bestimmungen sind deswegen schwierig. Das Gebäude ist das Geburtshaus des Mundart- und Heimatdichters Fritz Zimmer (1866–1939). Die stark differierenden Geschosshöhen lassen auf eine nachträgliche Aufstockung im 19. Jahrhundert schließen.


Konstruktion: Massivbau mit Putzfassade.


Beschreibung: Traufständiges und viergeschossiges Haus an der Ecke „An der Liebfrauenkir-che”/Marktstraße. Das Wohn- und Geschäftsgebäude hat an der Marktstraße drei Achsen, auf der Seite „An der Liebfrauenkirche” lediglich eine Achse. Der Bau besitzt ein abgewalmtes Mansarddach mit Schieferdeckung und vier Dachhäuschen mit Dreiecksgiebeln. Der Dach-bereich ist durch ein auskragendes Traufgesims von den anderen Etagen optisch getrennt. Die Viereckfenster haben aufgemalte Gewände und Sohlbänke. Im ersten und zweiten Obergeschoss sind schmiedeeiserne Brüstungsvergitterungen mit sich andreaskreuz- und rautenartig überschneidenden Stäben angebracht.


Geschosshöhen (laut Plan von 1912):

 

  • Keller 3,06 m;
  • Erdgeschoss 2,91 m;
  • 1. Obergeschoss 2,71 m;
  • 2. Obergeschoss 3,21 m;
  • 3. Obergeschoss 3,19 m;
  • Dachgeschoss 2,70 m;
  • Dach 2,10 m.


Quellen: Akten der Unteren Denkmalschutzbehörde; StAK, Fach 107.


An der Liebfrauenkirche 3
Alte Hausnummer: 61
Vor dem Krieg Marktstraße 17


Grundstücksgröße: 87,24 qm
Bebaute Fläche: 87,24 qm


Geschichte: Das Haus stammt in seiner heutigen Form im wesentlichen aus der zweiten Hälf-te des 19. Jahrhunderts. Eine genauere Datierung ist wegen der späteren baulichen Verände-rungen und des Fehlens historischer Bauakten nicht mehr möglich. Es ist aber durchaus denk-bar, dass das Gebäude weit älter ist und seine ursprüngliche Gestalt während einer späteren Aufstockung verloren hat. Die Beschreibung im Brandversicherungskataster könnte diese An-nahme bekräftigen. 1938 wurde die ehemals im Keller vorhandene Bäckerei in das Erdgeschoss verlegt. Die alte Backstube reichte weit unter die Straße. Die Fassade und der Ladenbereich im Erdgeschoss wurden 1956 erneuert. 1959 folgten der Neubau der Kellertreppe, die Entfernung der alten Holztreppe und die Wiederherstellung der Wohnungen. Die oberen Geschosse waren damals durch die Kriegsereignisse und die mangelnde Bauunterhaltung so stark in Mitleidenschaft gezogen worden, dass sie kaum bewohnt werden konnten.


Konstruktion: Das Gebäude besitzt im Erdgeschoss sowie im ersten und zweiten Obergeschoss keine Giebelwände. Es wurde einfach (ohne eigene Brandgiebel) in die Nachbarhäuser „eingehängt” und kann deswegen auf keinen Fall älter als die Gebäude „An der Liebfrauenkirche” l und 5 sein. Das Kellergeschoss besteht aus Bruchstein. Die Straßenfront des Bürgerhauses ist massiv. Ab dem ersten Obergeschoss wurden alle anderen Wände aus Fachwerk hergestellt.


Decken: Das nachträglich in kleinere Einheiten unterteilte Kellergeschoss besitzt ein Gewölbe (Segmentbogentonne) aus Bruchstein. In den anderen Geschossen befinden sich Holzbalken-decken mit Einschüben und Füllungen.


Beschreibung: Viergeschossiges Wohn- und Geschäftshaus. Das vierachsige und traufständige Gebäude hat ein Satteldach mit drei Dachhäuschen. Die Viereckfenster sind mit Sohlbänken, im ersten und zweiten Obergeschoss mit schmucklosen schmiedeeisernen Brüstungsgittern versehen. Besonders auffällig ist der große Abstand zwischen dem zweiten und dritten Fenster in den Obergeschossen (deshalb könnte man hier von Fensterpaaren sprechen). Das nicht unterkellerte Hinterhaus (Hinterzimmer) ist ab dem ersten Obergeschoss durch einen überdachten Steg zu erreichen.


Beschreibung laut Brandversicherungskataster (1821–1834): Dreistöckiges Wohnhaus, vorne massiv, hinten aus Holz, zweistöckiges Hinterhaus aus Holz.


Geschossflächen:

 

  • Erdgeschoss und 1. Obergeschoss 87,24 qm;
  • 2. Obergeschoss 71,54 qm;
  • 3. Obergeschoss und Dachgeschoss 54,23 qm.

Wohnflächen: 65,92 qm;

 

  • 1. Obergeschoss 63,68 qm;
  • 2. Obergeschoss 47,25 qm;
  • 3. Obergeschoss 35,61 qm;
  • Dachgeschoss 35,15 qm.

 

Geschosshöhen:

 

  • Keller 4,10 m;
  • Erdgeschoss 3,78-3,48 m;
  • 1. Obergeschoss 3,18-3,48 m;
  • 2. Obergeschoss 3,14 m;
  • 3. Obergeschoss 3,26 m;
  • Dachgeschoss 2,66 m;
  • Speicher 2,32 m.
  •  

Grundriss: Typ 3. Variante des Dreifensterhauses mit jeweils zwei Fensterpaaren in den Obergeschossen.


Quellen: Akten der Bauaufsicht; StAK, Best. 623, Nr. 2045, Blatt 13; Hausakten der Sanierungsstelle.


An der Liebfrauenkirche 4
Alte Hausnummer: 120


Vor dem Krieg Marktstraße 18
Alte Hausnummer: 120


Geschichte: Das wahrscheinlich aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts stammende Haus wurde im Krieg teilzerstört. Die Wiederherrichtung erfolgte 1946 (Notdach) und 1958. Das vierachsige Gebäude hat heute drei Geschosse. Die Putzfassade ist mit einer Reklamemalerei versehen (Motiv: Max und Moritz).


Beschreibung laut Brandversicherungskataster (1821–1834): Zweistöckiges Wohnhaus, vorne ein Stock Stein, ein Stock Holz, hinten ganz in Fachwerk.


Quellen: Michel, Kunstdenkmäler, S. 249; Akten der Bauaufsicht; StAK, Best. 623, Nr. 2045, Blatt 117; StAK, Fach 117.


An der Liebfrauenkirche 5
Alte Hausnummer: 62
Vor dem Krieg Marktstraße 19


Grundstücksgröße: 121 qm
Bebaute Fläche: 113,21 qm


Geschichte: Das Haus wurde wohl an der Wende vom 17. zum 18.Jahrhundert erbaut. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts fügte man eine weitere Etage hinzu. Hinweise für die Frühdatierung sind die gekuppelten Fenster in den Obergeschossen. Diese Gestaltungsweise steht noch ganz in der Tradition überlieferter Renaissancebauformen. 1904 erfolgten wegen der erforderlichen Erweiterung der Laden- und Wohnflächen sowie des Einbaus sanitärer Einrichtungen Veränderungen im Erdgeschoss. Die Breite des Hausflurs wurde vergrößert und die Treppenhauswand verlegt. Das zweigeschossige Hintergebäude wurde 1950 neu errichtet, nachdem sich die Baufälligkeit des Fachwerk-Vorgängerbaus herausgestellt hatte. Damals wurde auch die Fachwerkwand im Erdgeschoss des Hauptgebäudes herausgenommen. Zudem entstanden im Hofbereich neue Räumlichkeiten.


Konstruktion: Das Kellergeschoss besteht aus Bruchstein. Die Straßenfront wurde durchgängig massiv ausgeführt (Stärke = 60-46 cm). Die Rückfront ist bis zum ersten Obergeschoss massiv. Ab dem zweiten Obergeschoss bestehen die beidseitig verputzten Wände aus mit Bimsstein ausgemauertem Fachwerk.


Decken: Der in drei Abschnitte unterteilte Keller ist mit zwei Segmentbogentonnen aus Bruchstein ausgestattet. In den Geschossen wurden Holzbalkendecken mit Einschüben und Füllungen eingezogen.


Beschreibung: Traufständiges, viergeschossiges Wohn- und Geschäftshaus, das mit einem Satteldach und vier Dachhäuschen ausgestattet ist. Die fünf schmalen Fensterachsen der oberen Stockwerke sind zu zweien und dreien zusammengefasst. Der Übergang von Fassade und Traufgesims ist zahnfriesartig gestaltet. Der unter, die Straße reichende Keller weist auf die Abmessungen des einstigen Vorgängerbaus hin.
Beschreibung laut Brandversicherungskataster (1821–1834): Dreistöckiges Wohnhaus, vorne massiv, Seiten von Holz, zweistöckiger Hinterbau von Holz.


Geschossflächen:

 

  •  Erdgeschoss 113,21 qm;
  • 1. Obergeschoss 102,53 qm;
  • 2. Obergeschoss bis Dachgeschoss 69,78 qm.

 

Wohnflächen:

 

  •  Erdgeschoss 89,81 qm;
  • 1. Obergeschoss 76,89 qm;
  • 2. Obergeschoss 53,95 qm;
  • 3. Obergeschoss 49,74 qm;
  • Dachgeschoss 44,25 qm.


Geschosshöhen:

 

  • Kellergeschoss 3,57 m;
  • Erdgeschoss 3,71-3, 25-2,67 m;
  • 1. Obergeschoss 3,27-2,67 m;
  • 2. Obergeschoss 2,83 m;
  • 3. Obergeschoss 2,94 m;
  • Dachgeschoss 2,38 m;
  • Speicher 2,94 m.

 

Grundriss: Typ 3. Variante des Dreifensterhauses mit jeweils zwei Fensterpaaren in den Obergeschossen.


Quellen: Michel, Kunstdenkmäler, S. 249; Akten der Bauaufsicht; StAK, Best. 623, Nr. 2045, Blatt 25; StAK, Fach 107; Hausakten der Sanierungsstelle.


An der Liebfrauenkirche 6
Alte Hausnummer: 119


Vor dem Krieg Marktstraße 20


Geschichte: Das Haus wurde während des Krieges im dritten Obergeschoss und im Dachbe-reich beschädigt. Das Hintergebäude brannte damals bis zum ersten Obergeschoss aus. Die Instandsetzung begann 1946. Vor den Bombardements hatte der Bau vier Geschosse. Das Erdgeschoss war schon frühzeitig durch mehrere Umbauten stark verändert worden. So hatte man zum Beispiel ein Zwischengeschoss eingebaut, später jedoch wieder entfernt (1896/97). In den Obergeschossen fielen die je beiden Fensterpaare auf. Sie erinnerten an die Bautraditionen des ausgehenden 17. und beginnenden 18. Jahrhunderts. Später erfolgten die Aufstockung des Gebäudes und der Aufbau eines Satteldaches.


Konstruktion: Massivbau mit Putzfassade.


Beschreibung des heutigen Gebäudes: Dreigeschossiges, vierachsiges Wohn- und Geschäfts-haus. Im Erdgeschoss befinden sich eine neuere Schaufensteranlage und der mittig gelegene Eingangsbereich. Die Fassade wird durch Sohlbankgesimse in den beiden Obergeschossen ge-gliedert. Die mit Putzrahmungen versehenen Viereckfenster der Obergeschosse sind heute nicht mehr paarweise, sondern in regelmäßigen Abständen zueinander angeordnet.


Geschosshöhen (nach den Plänen von 1896):

 

  • Erdgeschoss 4,35 m;
  • 1. Obergeschoss 2,26 m;
  • 2. Obergeschoss 2,55 m;
  • 3. Obergeschoss 2,60 m.


Grundriss (vor der Zerstörung): Typ 3.

 

Variante des Dreifensterhauses mit gekuppelten Fenstern.

 

Quellen: Akten der Bauaufsicht; StAK, Fach 107.


An der Liebfrauenkirche 7
Alte Hausnummer: 63


Vor dem Krieg Marktstraße 21


Grundstücksgröße: 140 qm
Bebaute Fläche: 71,14 qm


Geschichte: Das Haus wurde wahrscheinlich noch vor 1700 errichtet und im 19. Jahrhundert mehrfach verändert. Fest steht, dass die Aufstockung und Renovierung des Baus im Jahre 1848 erfolgte (Bauantrag vom 17. Juni 1848). Im zweiten Weltkrieg beschädigten Bomben das Gebäude nur geringfügig. Bei der Untersuchung der Kellerräume entdeckte man mittelalterliche Spolien (die Akten der Sanierungsstelle enthalten keine genauere Hinweise). Im Erdgeschossbereich erfolgten mehrere Veränderungen.


Konstruktion: Das Mauerwerk der Straßenfront ist massiv. Die Giebelwand, die Innenwände und das Mauerwerk der Rückfront bestehen aus mit Bimsstein ausgemauertem Fachwerk. Einer der aus Bruchstein erbauten Kellerräume liegt zum Teil unter der Straße.


Decken: Der in vier Abschnitte unterteilte Keller ist mit drei Segmentbogentonnen ausgestat-tet. In den anderen Etagen wurden Holzbalkendecken mit Einschüben und Füllungen eingebaut.


Beschreibung: Traufständiges, viergeschossiges und dreiachsiges Wohn- und Geschäftsgebäude. Das Haus hat ein Satteldach mit zwei Dachhäuschen. Einfach gestaltete Sohlbankgesimse und ein auskragendes Traufgesims trennen Geschosse und Dachbereich optisch voneinander. Im rückwärtigen Teil des Grundstückes befindet sich ein teilweise unterkellerter Nebenbau.


Beschreibung laut Brandversicherungskataster (1821–1834): Dreistöckiges Wohnhaus, vorne massiv, hinten ein Stock Stein, zwei Stock Holz, zweistöckiger Flügel von Holz, zweistöckiger Hinterbau von Holz.

 

Geschossflächen:

 

  • Erdgeschoss bis 2. Obergeschoss 71,14 qm;
  • 3. Obergeschoss und Dachgeschoss 69,53 qm.


Wohnflächen:

 

  • Erdgeschoss 55,45 qm;
  • 1. Obergeschoss 50,31 qm;
  • 2. Obergeschoss 50,81 qm;
  • 3. Obergeschoss 51,52 qm;
  • Dachgeschoss 46,87 qm.


Geschosshöhen:

 

  • Kellergeschoss 3,90-3,40 m;
  • Erdgeschoss 3,50 m;
  • 1. Obergeschoss 3,30 m;
  • 2. Obergeschoss 3,10 m;
  • 3. Obergeschoss 2,97 m;
  • Dachgeschoss 2,36 m;
  • Speicher 2,80 m.


Grundriss: Typ 3.


Quellen: Akten der Bauaufsicht; StAK, Best. 623, Nr. 2045, Blatt 40; StAK, Best. 623, Nr. 5581, S. 51; Hausakten der Sanierungsstelle; StAK, Fach 107.


An der Liebfrauenkirche 8
Alte Hausnummer: 118


Datierung: um 1700.


Konstruktion: Massivbau mit Putzfassade.


Beschreibung: Traufständiger, viergeschossiger Bau mit zwei Doppelachsen. Das nachträglich aufgestockte Wohn- und Geschäftshaus hat ein Satteldach mit zwei Dachhäuschen (oberhalb der Achsen). Das Erdgeschoss mit zwei Schaufenstern wird durch drei kannelierte gusseiserne Stützen mit Kompositkapitellen und diamantquaderbesetzten Sockeln gegliedert. Die rechts befindliche, teilverglaste und mit einem gusseisernen Gitter versehene Holztür ist reich verziert. Zu den Ornamenten gehört unter anderem ein durchbrochener Giebel. Das ehemalige Oberlicht wurde durch eine Holzverbretterung ersetzt. Oberhalb des Erdgeschosses befindet sich ein Stockgesims. Die Obergeschosse werden durch profilierte Sohlbänke betont, die auf Konsolen mit quadratischem Querschnitt ruhen. Ein weit auskragendes, profiliertes Traufgesims trennt den Dachbereich von den anderen Etagen. Die gekuppelten Viereckfenster haben Putzfaschen und Brüstungsgitter, verziert mit neogotischen Kreuzblumenmotiven.


Bemerkung: Das Gebäude gehört zur frühen Variante des Rheinischen Dreifensterhauses, wie es vor allem auf der Nordseite der Straße „An der Liebfrauenkirche” und der Südseite der Firmungstraße zu finden ist.


Quellen: Michel, Kunstdenkmäler, S. 249; Akten der Unteren Denkmalschutzbehörde.


An der Liebfrauenkirche 9
Alte Hausnummer: 64


Vor dem Krieg Marktstraße 23


Grundstücksgröße: 145 qm
Bebaute Fläche: 145 qm


Geschichte: Das Vorderhaus des ursprünglich dreigeschossigen Gebäudes wurde Mitte des 19. Jahrhunderts aufgestockt und mit einem neuen Dach versehen (die älteren Etagen des Baus sind heute wohl kaum noch exakt zu datieren). 1890/91 erfolgte der Abbruch eines alten Nebengebäudes und die Errichtung eines neuen Hauses. Dieser kleine quadratische Bau besteht heute nicht mehr. Das Erdgeschoss wurde mehrfach verändert, so zum Beispiel 1905 und 1927.


Konstruktion: Das Straßenfrontmauerwerk ist massiv. Das übrige Mauerwerk besteht aus mit Bimssteinen ausgemauertem Fachwerk. Das Kellergeschoss wurde aus Bruchsteinen her-gestellt. Da der Keller nicht unter die Straße reicht, ist davon auszugehen, dass dieser erst nach der Beschießung vom Herbst 1688 angelegt worden ist.


Decken: Das in sechs Abschnitte unterteilte Kellergeschoss ist mit vier Segmentbogentonnen ausgestattet. In den anderen Etagen wurden Holzbalkendecken mit Einschüben und Füllungen eingebaut.


Beschreibung: Traufständiges, viergeschossiges und dreiachsiges Wohn- und Geschäftsgebäude. Das Haus hat ein Satteldach und zwei Dachhäuschen mit Dreiecksgiebeln. Der Eingang befindet sich auf der linken Seite, rechts die Ladenzone-(Bäckerei). Im ersten und zweiten Obergeschoss gliedern einfache Sohlbankgesimse die Fassade. Ein auskragendes, profiliertes Traufgesims setzt den Dachbereich von den anderen Etagen ab. Der Bau wird durch ein viergeschossiges, unterkellertes Hintergebäude ergänzt.


Beschreibung laut Brandversicherungskataster (1821–1834): Dreistöckiges Wohnhaus, vorne massiv, hinten aus Holz, zweistöckiger Hinterbau aus Holz.


Geschossflächen:

 

  • Erdgeschoss 145,00 qm;
  • 1. Obergeschoss 129,10 qm;
  • 2. Obergeschoss bis Dachgeschoss 102,40 qm.


Wohnflächen:

 

  • Erdgeschoss 114,01 qm;
  • 1. Obergeschoss 91,89 qm;
  • 2. Obergeschoss 72,313 qm;
  • 3. Obergeschoss 73,64 qm;
  • Dachgeschoss 64,13 qm.


Geschosshöhen:

 

  • Keller 4,20–2,25 m;
  • Erdgeschoss 3,50 m;
  • 1. Obergeschoss 3,32 m;
  • 2. Obergeschoss 2,96 m;
  • 3. Obergeschoss 3,05 m;
  • Dachgeschoss 2,38 m;
  • Speicher 2,80 m.

 

Grundriss: Typ 3.


Quelle: StAK, Best. 623, Nr. 2045, Blatt 69; Hausakten der Sanierungsstelle; StAK, Fach 107.

 


An der Liebfrauenkirche 10
Alte Hausnummer: 117


Datierung: Mitte des 19. Jahrhunderts.


Geschichte: Das Haus wurde um die Mitte des 19. Jahrhunderts errichtet.
Konstruktion: Massivbau mit Putzfassade.


Beschreibung: Traufständiges, viergeschossiges und zweiachsiges Gebäude. Das Wohn- und Geschäftshaus besitzt ein Satteldach mit zwei Dachhäuschen oberhalb der beiden Achsen. Das plattenverkleidete Erdgeschoss wurde mit einer neuen Schaufensteranlage gestaltet. Der Eingang befindet sich auf der rechten Seite. Die Stockwerke sind durch Sohlbankgesimse sowie ein mit einem Zahnschnittfries versehenes, profiliertes und weit auskragenden Traufgesims optisch voneinander getrennt. Die Viereckfenster haben profilierte Gewände. Im ersten Obergeschoss ruhen die mit Knospen und Blattwerk ausgeschmückten, horizontal verlaufenden Fensterbekrönungen auf akanthusblattverzierten, geschwungenen Konsolen (Neorenaissance). Oberhalb der Fenster des zweiten Obergeschosses befinden sich einfache, horizontale Verdachungen.


Quellen: Akten der Unteren Denkmalschutzbehörde


An der Liebfrauenkirche 11
Alte Hausnummer: 65
Vor dem Krieg Marktstraße 25


Grundstücksgröße: 162 qm
Bebaute Fläche: 162 qm


Geschichte: Das Haus wurde in der Mitte des 19. Jahrhunderts völlig verändert. Damals er-folgten die Aufstockung des Wohn- und Geschäftsgebäudes und der Neubau des Dachbe-reichs. Eine sichere Datierung ist heute nicht mehr möglich. Der ursprünglich mittig ange-ordnete Eingang wurde erst zwischen 1957 und 1959 auf die linke Seite verlegt. Zu dieser Zeit erfolgte auch der Abbruch der beiden alten Flur wände und der Pfeiler an der Straßenseite. In den Obergeschossen nahm man damals keine größeren Veränderungen vor. Allerdings wurde das verfaulte Holzfachwerk auf der Rückseite des Hauses beseitigt und der Seitenbau wieder hergerichtet. Das kürzlich durch einen Brand beschädigte Gebäude wurde inzwischen renoviert.


Konstruktion: Der Keller besteht aus Bruchsteinmauerwerk. Das Mauerwerk der Straßenfront ist in allen Etagen massiv (Stärke = 46-64 cm). Die Rückfront und das Hinterhaus-außenmauerwerk sind bis zum zweiten Obergeschoss ebenfalls massiv. Alle anderen Wände bestehen aus mit Bimsstein ausgemauertem Fachwerk.


Decken: Der Keller ist mit einer Segmentbogentonne überdeckt, die zum Teil mit Beton verstärkt wurde. In den Obergeschossen sind Holzbalkendecken mit Einschüben und Füllungen eingebaut.


Beschreibung: Traufständiges, viergeschossiges und vierachsiges Gebäude. Das Haus hat ein Satteldach mit drei Dachhäuschen. Der Erdgeschossbereich ist neu gestaltet. Oberhalb der Ladenzone befindet sich ein verschiefertes Vordach. Die Stockwerke sind durch einfach gestaltete Sohlbankgesimse, der Dachbereich durch ein profiliertes Traufgesims optisch voneinander abgesetzt. In jeder Etage befinden sich paarweise angeordnete Rechteck-Fenster. Das Haus hat einen viergeschossigen, nicht unterkellerten rückwärtigen Anbau.


Beschreibung laut Brandversicherungskataster (1821–1834): Dreistöckiges Wohnhaus, vorne massiv, hinten von Holz, dreistöckiger Hinterbau von Holz.


Geschossflächen:

 

  • Erdgeschoss 162 qm;
  • 1. bis 3. Obergeschoss 123,00 qm;
  • Dachgeschoss 122,28 qm.

 

Wohnflächen:

 

  •  Erdgeschoss 112,13 qm;
  • 1. Obergeschoss 109,76 qm;
  • 2. Obergeschoss 89,53 qm;
  • 3. Obergeschoss 93,13 qm;
  • Dachgeschoss 83,21 qm.


Geschosshöhen (Hauptgebäude):

 

  • Keller 3,84 m;
  • Erdgeschoss 3,73 qm;
  • 1. Obergeschoss 3,25 m;
  • 2. Obergeschoss 3,11 m;
  • 3. Obergeschoss 2,95 m;
  • Dachgeschoss 2,63 m;
  • Speicher 3,11 m.


Geschosshöhen (Nebengebäude):

 

  • Erdgeschoss 3,37m;
  • 1. Obergeschoss 2,87m;
  • 2. Obergeschoss 2,65 m;
  • 3. Obergeschoss 2,72 m;
  • Dachgeschoss 2,31 m;
  • Speicher 1,43 m.


Grundriss: Typ 3. Variante des Dreifensterhauses mit jeweils zwei Fensterpaaren in den Obergeschossen.


Quellen: Akten der Bauaufsicht; StAK, Best. 623, Nr. 2,045, Blatt 54; Hausakten der Sanierungsstelle.


An der Liebfrauenkirche 12
Alte Hausnummer (Vorgängerbauten): 115-116/unbebaut (später 116 1/4)


Bemerkung: Auf diesem Grundstück steht heute das neues, viergeschossiges Wohn- und Ge-schäftshaus An der Liebfrauenkirche 12–14 mit vierfenstriger Gaube.


An der Liebfrauenkirche 13
Alte Hausnummer: 66
Vor dem Krieg Marktstraße 27


Grundstücksgröße: 101 qm

Bebaute Fläche: 58,09 qm


Geschichte: Das Gebäude stammt wohl vom Anfang des 18. Jahrhunderts. Hinweise auf diese frühe Datierung geben das einfache, zweiachsige Zwerchhaus mit Rundfenster im Giebelfeld und die enge Wendeltreppe im Inneren. Das Haus wurde mehrfach umgebaut, sodass heute eine zuverlässige Altersbestimmung schwierig ist.
Konstruktion: Das Kellergeschoss besteht aus Bruchsteinmauerwerk. Die Straßenfront des Gebäudes ist in allen Etagen massiv (Stärke = 18-65 cm). Rückfront und Giebel bestehen aus Fachwerk (Fichten-/Tannenholz) mit Bimssteinausmauerung.


Decken: Der heute mit dem Nachbargebäude „An der Liebfrauenkirche” 15 vereinigte Keller ist mit einer Segmentbogentonne überdeckt. In den anderen Etagen wurden Holzbalkendecken mit Einschüben und Füllungen eingebaut. Beschreibung: Traufständiges, dreigeschossiges und zweiachsiges Wohnhaus mit ausgebautem Dachgeschoss. Im Erdgeschoss befindet sich ein Pfandhaus,;das sich bis in die Erdgeschossebene des Gebäudes An der Liebfrauenkirche 15 ausdehnt. Die Fassaden beider Gebäude wurden einheitlich gestaltet (Plattenverkleidung im Erdgeschoss, sonst Putzfassade). Dennoch ist das ursprüngliche Aussehen des Hauses „An der Liebfrauenkirche” 13 mit seinem zweiachsigen Zwerchhaus zu erahnen.1 Es erinnert an die 1713 erbauten Jesuitenhäuser in der Firmungstraße.


Beschreibung laut Brandversicherungskataster (1821–1834): Dreistöckiges Wohnhaus, vorne massiv, hinten ein Stock Stein, zwei Stock Holz.


Geschossflächen:

 

  • Erdgeschoss 56,04 qm;
  • 1. und 2. Obergeschoss 58,09 qm;
  • Dachgeschoss 51,38 qm.


Wohnflächen:

 

  • Erdgeschoss 48,60 qm;
  • 1. Obergeschoss 44,55 qm;
  • 2. Obergeschoss 44,04 qm;
  • Dachgeschoss 39,60 qm.

 

Geschosshöhen:

 

  • Kellergeschoss 3,91 m;
  • Erdgeschoss 3,47 m;
  • 1. und 2. Obergeschoss 3,17 m;
  • 3. Obergeschoss und Speicher 2,87 m.

Grundriss: Typ 3. Variante mit lediglich zwei Achsen.


Quellen: Hausakten der Sanierungsstelle; StAK, Best. 623, Nr. 2045, Blatt 69; StAK, Fach 107.
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1 Die beiden Achsen des Zwerchhauses haben keinen Bezug zu den unterhalb gelegenen Fensterachsen. Das kann an späteren Veränderungen dieses Aufbaus oder einer nachträglichen Vergrößerung der Fenster in den Obergeschossen liegen.

 


An der Liebfrauenkirche 15
Alte Hausnummer: 67


Grundstücksgröße: 186 qm
Bebaute Fläche: 186 qm


Geschichte: Das im Krieg beschädigte Gebäude an der Ecke zur Gemüsegasse wurde 1949/1950 wieder aufgebaut. Es handelt sich heute um ein dreigeschossiges Wohn- und Geschäftshaus mit ausgebautem Dachgeschoss. Im Erdgeschoss befindet sich ein Pfandhaus, das sich bis in die Erdgeschossebene des Nachbarbaus „An der Liebfrauenkirche” 13 ausdehnt. Ein Teil des Kellers liegt unter der Straße.


Konstruktion: Das Kellergeschoss besteht aus Bruchsteinmauerwerk. Auch in den anderen Etagen ist die Straßenfront massiv ausgeführt (Stärke = 65 cm). Die Rückfront wurde als Fachwerkkonstruktion (Fichten-/Tannenholz) mit Bimsausmauerung gebaut (Stärke = 18 cm).


Decken: Der in vier Abschnitte unterteilte Keller hat drei größere und zwei kleinere Segmentbogentonnen sowie eine Halbtonne im Zugangsbereich. In den anderen Etagen wurden Holzbalkendecken mit Einschüben und Füllungen eingebaut.


Beschreibung: Dreigeschossiges Eckhaus mit einseitig abgewalmtem Satteldach. Das Ge-bäude hat auf der Seite der Straße „An der Liebfrauenkirche” vier Achsen und drei Dach-häuschen. Die Abstände sind jeweils zwischen dem zweiten und dritten Fenster größer als bei den anderen Fensteröffnungen. Auf den Seiten am Florinsmarkt und in der Gemüsegasse (Gemüsegasse 1) befinden sich zwei weitere Dachhäuschen. Bei den Bestandsaufnahmen wurden im Keller romanische Spolien entdeckt (die Akten der Sanierungsstelle enthalten keine genaueren Hinweise).


Geschossflächen:

 

  • Erdgeschoss 186 qm;
  • 1. Obergeschoss bis Dachgeschoss 157,96 qm.
  •  

Wohnflächen:

 

  • Erdgeschoss 164 qm;
  • 1. Obergeschoss 114,94 qm;
  • 2. Obergeschoss 120,01 qm;
  • Dachgeschoss 78,58 qm.


Geschosshöhen:

 

 

  • Keller 3,00-3,9′l-m;
  • Erdgeschoss 3,40 m;
  • 1. Obergeschoss 2,98m;
  • 2. Obergeschoss 3,24 m;
  • Dachgeschoss 2,79 m;
  • Dach 2,92 m.


Quellen: Hausakten der Sanierungsstelle; StAK, Fach 107.


An der Liebfrauenkirche 16
Alte Hausnummer (Vorgängerbau): 114


Ende des 19. Jahrhunderts Marktstraße 28–30


Geschichte: Die Beseitigung der beiden Vorgängerbauten war 1899 genehmigt worden. Am 10. Juni 1899 stellte Sigismund Oswald den Antrag zur Errichtung eines neuen Gebäudes. Die Planung und die Verwirklichung des Projektes übernahm das Geschäft des Koblenzer Bauun-ternehmers Heinrich Beyerle. Die ursprünglichen Planungen wurden mehrfach überarbeitet und am 31. August 1899 endgültig genehmigt. Der Neubau erhielt Keller, Souterrain, Erdgeschoss und drei Obergeschosse sowie ein ausgebautes Dachgeschoss.


Konstruktion: Der Eckerker sollte in Bimsstein ausgeführt werden, die Umfassungswände des Neubaus in Ziegelstein. Zur Herstellung der Kellermauern fand Bruchstein Verwendung. Keller- und Erdgeschoss wurden mit Schwemmstein-Kappen über I-Trägern überspannt. In die oberen Stockwerke zog man Balkendecken ein. Das Treppenhaus und der Lichthof er-hielten Wände aus Eisenfachwerk. Die mit rotem Klinker versehene Fassade ist mit Stuckor-namenten im Stile der Neorenaissance versehen. Gesimse, Gewände und Erker wurden aus Sandstein hergestellt.


Beschreibung: Traufständiges, viergeschossiges Eckhaus an der der Straße „An der Liebfrau-enkirche” und dem Platz „An der Owerpfarrkerch” mit jeweils drei Achsen. Das Wohn- und Geschäftsgebäude mit seiner polychrom gestalteten Fassade hat ein schiefergedecktes Man-sarddach mit insgesamt sechs Dachhäuschen (in Verlängerung der Achsen) und ein Pyramidendach (ebenfalls mit Dachhäuschen) über dem dreigeschossigen, einachsigen und auf zwei wuchtigen Konsolen ruhenden rechteckigen Eckerker. Das gewerblich genutzte Erdgeschoss ist mit glasierten Fliesen verkleidet. Die Fassade ist durch profilierte Stock-, Sohlbank- sowie durch ein aufgeschwungenen Konsolen ruhendes Dachgesims gegliedert.

 

Alle Fenster besitzen segmentbogige Abschlüsse und profilierte Gewände, die pilasterartig gestaltet sind. In den Brüstungsfeldern dieser Etage erkennt man stuckierte Diamantquaderungen. Die (profilierten) horizontalen Fensterverdachungen gehen in Stuck-Rundbögen mit Muschelmotiven und flankierenden Knäufen über. Die architravartig ausgebildeten Verdachungen ruhen auf jeweils zwei geschwungenen, stuckverzierten Konsolen. Im oberen Teil der Gewände befinden sich Diamantquaderungen, unterhalb der Verdachungen Zahnleisten. Die horizontalen, mit Schlusssteinen versehenen, profilierten Fensterverdachungen im zweiten Obergeschoss (auf dem Originalplan sind stattdessen Segmentbögen eingezeichnet) sind ornamentlos gestaltet. Zwischen Gewänden und Verdachungen wurden Pflanzenornamente angebracht. Im dritten Obergeschoss besitzen die Fenster keine Bekrönungen. Dafür sind die Gewände mit „Ohren” und stuckverzierten Schlusssteinen ausgestattet. In den Brüstungsfeldern dieser Etage sind Festons zu erkennen.


Geschosshöhen (nach den Plänen von 1899):

 

  • Keller 2,85 m;
  • Souterrain 3,00 m;
  • Erdgeschoss 4,03 m;
  • 1. und 2. Obergeschoss 3,50 m;
  • 3. Obergeschoss 3,33 m;
  • Dachgeschoss 3,20 m;
  • Speicher 2,25 m.


Grundriss (laut Originalplan): Typ D.


Quellen: Akten der Unteren Denkmalschutzbehörde; StAK, Fach 107.


An der Liebfrauenkirche 17


Alte Hausnummern: 89 und 90
Vor dem Krieg Marktstraße 31


Datierung: Ende des 19. Jahrhunderts.


Geschichte: Traufständiges, viergeschossiges Eckhaus. Beim Bau hat man zwei kleinere Ge-bäude zusammengefasst. Seine endgültige Form erhielt das Haus zwischen 1889 und 1901. Damals wurden größere Veränderungen vorgenommen (Aufstockungen, Verlegung des Eingangsbereiches). Das Haus steht auf mehreren tonnengewölbten, aus Bruchstein hergestellten Kellern, die zum Teil noch unter der Gemüsegasse beziehungsweise unter der Straße „An der Liebfrauenkirche” liegen. Das lässt darauf schließen, dass die Keller noch vor 1688 entstanden sind.

 

Ursprünglich gehörte zum Gebäude ein Hinterhaus, dessen Front am Etzegäßchen lag. Vor Beginn der Sanierungsarbeiten wurden Bestandsaufnahmen nur in Ansätzen durchgeführt, denn das Haus war im Krieg ausgebrannt und später notdürftig wiederhergestellt worden (1954). Deswegen blieb auch das dritte Obergeschoss ungenutzt. Im Zuge der Altstadtsanierung erfolgte der vollständige Abbruch der bestehenden Substanz mit Ausnahme der Keller und der straßenseitig gelegenen Fassaden (1978/79). Beim Wiederaufbau fiel das dritte Obergeschoss weg. Zudem wurde das Haus mit den benachbarten Gebäuden Mehlgasse 3 und 5 zu einer Einheit zusammengefasst.


Konstruktion: Massivbau mit Putzfassade. Das Kellergeschoss wurde aus Bruchstein hergestellt. Die Kellerräume sind mit Segmentbogen- oder Halbtonnen versehen.


Beschreibung: Das Wohn- und Geschäftshaus hatte vor der Sanierung auf der Seite der Ge-müsegasse sieben Achsen, seit der Erneuerung sind es nur noch drei. Besonders fielen früher die unterschiedlichen Abstände der Viereckfenster auf. An der Liebfrauenkirche weist das Haus auch heute noch vier Achsen auf. Die Gestaltung der Fassade mit profilierten Sohl-bankgesimsen, Gewänden und verzierten, horizontalen Fensterverdachungen im Stile der Neorenaissance erinnert an das ebenfalls im historistischen Sinne umgestaltete Haus Gemüsegasse 8/Etzegäßchen 1. Das neue, abgewalmte Satteldach ist „An der Liebfrauenkirche” mit drei Gauben, auf der Seite Gemüsegasse mit einer Gaube ausgestattet. Die Fenster besitzen schmucklose schmiedeeiserne Brüstungsgitter.


Geschosshöhen (nach den Plänen von 1901):

 

  • Erdgeschoss 3,55 m;
  • 1. Obergeschoss 3,42 m;
  • 2. Obergeschoss 3,75 m;
  • 3. Obergeschoss 3,25 m;
  • Dachgeschoss 3,00 m;
  • Speicher 3,00 m.


Beschreibung des Vorgängerbaus Nr. 89 laut Brandversicherungskataster (1821–1834): Zweistöckiges Wohnhaus aus Holz.


Beschreibung des Vorgängerbaus Nr. 90 laut Brandversicherungskataster (1821–1834): Dreistöckiges Wohnhaus, Straßenfront massiv, rückwärtiger Teil aus Holz. Angrenzendes dreigeschossiges Wohnhaus aus Holz.


Quellen: Hausakten der Sanierungsstelle; Akten der Unteren Denkmalschutzbehörde; Akten der Bauaufsicht; StAK, Best. 623, Nr. 2045, Blatt 5.


An der Liebfrauenkirche 17a
Alte Hausnummer (Vorgängerbau): 91


Früher Mehlstraße 1


Grundstücksgröße: 38 qm
Bebaute Fläche: 38 qm


Geschichte: Anton August Cadenbach stellte im Februar 1908 den Antrag zum Teilabbruch des überwiegend aus Fachwerk bestehenden Vorgängerbaus. Die Entwürfe lieferte das Ar-chitektur- und Baugeschäft Gebrüder Friedhofen, das auch die Ausführung der Pläne über-nahm. Die geringen Grundstücksabmessungen erforderten mehrmals die Änderung des ur-sprünglichen Konzeptes. Die Behörden erteilten ihre endgültige Genehmigung am 7. Juni 1909. Bei der Verwirklichung des Neubaus blieb das alte Bruchstein-Tonnengewölbe im Keller unversehrt. Im September 1909 war das Gebäude endgültig fertiggestellt. In den 20er-Jahre erfolgten bauliche Veränderungen (auch im Dachbereich) .


Konstruktion: Das Haus wurde als Stahlbeton-Rahmenbau hergestellt.


Beschreibung: Dreigeschossiges Haus an der Ecke Mehlgasse/,,An der Liebfrauenkirche”. Das Wohn- und Geschäftsgebäude besitzt ein schiefergedecktes Mansarddach. Der drei-geschossige, polygonale Eckerker hat in seiner ersten Etage ein auf Stahlrohrstützen ruhendes kleines Vordach. Den Erker schließt ein verschiefertes Helmdach mit Firstreiter ab. An der Seite zur Mehlgasse befindet sich ein verschiefertes Zwerchhaus mit Dreiecksgiebel. Erd- und Dachgeschoss sind durch profilierte Gesimse (Stock- und Traufgesims) optisch von den Ober-geschossen getrennt. Das Erdgeschoss weist eine neue Klinkerverkleidung und zwei Eingänge auf. Oberhalb des Parterrebereiches befindet sich eine mit Kupferblech abgedeckte Verdachung.


Bemerkung: Wie bei den Häusern Münzplatz 14/15 und Burgstraße 4 bis 8 verzichtete man bei der Verwirklichung des Gebäudes darauf, Stuckornamente anzubringen. Der Dachbereich, der „turmartige”, polygonale Eckerker und die relativ kleinen Fenster dokumentieren, dass sich der Architekt bei der Planung des Gebäudes an traditionellen Gestaltungsweisen ori-entierte, sie aber mit „modernen” Konstruktionsmöglichkeiten verband. Das Haus gehört so-mit zu den wenigen Beispielen in der Altstadt, die im Sinne der Heimatschutzbewegung ent-worfen wurden.


Quellen: StAK, Fach 102; Hausakten der Sanierungsstelle; Akten der Unteren Denkmalschutzbehörde.


An der Liebfrauenkirche 19
Hausnummer des Vorgängerbaus: 112


Grundstücksgröße: 190 qm
Bebaute Fläche: 167,75 qm


Geschichte: Durch Kriegseinwirkungen wurde das Gebäude zu über 50 Prozent zerstört. 1964 erfolgte der Wiederaufbau unter Beibehaltung des Kellers (Bruchstein-Tonnengewölbe). Da-mals musste der rechte Teil des Baus abgebrochen werden. Nach der Wiederherrichtung wur-de die Fassade umgestaltet. Heute befindet sich im Erdgeschoss des viergeschossiges Wohnhauses eine Gaststätte. Das Gebäude blieb wegen seines zufriedenstellenden Zustandes von den Sanierungsmaßnahmen ausgeschlossen.


Beschreibung des ursprünglichen Baus laut Brandversicherungskataster (1823–1834): Zweistöckiges, massives Wohnhaus. Zweistöckiges, hölzernes Hinterhaus.


An der Liebfrauenkirche 21


Alte Hausnummer: 150
Vor dem Krieg Marktstraße 3


Bemerkung: Unterlagen, die Rückschlüsse auf die Baugeschichte des Hauses zulassen, sind nicht mehr erhalten. Das mehrfach veränderte Gebäude muss nach 1888 fertiggestellt worden sein, denn vorher befanden sich auf dem Grundstück Bauten, die zum alten Brauhaus/Haus Monreal gehörten.


Konstruktion: Massivbau mit Putzfassade.


Beschreibung: Viergeschossiges, achtachsiges Wohn- und Geschäftshaus an der Ecke „An der Liebfrauenkirche”/Florinspfaffengasse. Der Hauptbau (auf der Seite Florinspfaffengasse be-finden sich nur drei Achsen) hat vier Geschosse und ein Mansarddach, das mit zehn Fenstern versehen ist. Die Fassade wurde umgestaltet. Fenster unterhalb des Dachbereiches werden durch Putzrahmungen mit profillosen dreieckigen Verdachungen (Putz) betont. Das Gebäude besitzt zwei Seitenflügel, an die sich auf Höhe des Hauses Braugasse 4 zwei weitere Seitenflügel und ein Hinterhaus anschließen. Diese Gebäude gruppieren sich um einen Innenhof. Die mit Pultdächern versehenen Nebenbauten sind glatt verputzt und haben keine stilgeschichtlich interessanten Merkmale.

 

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