An der Moselbrücke
Teil des Stadtgrabens zwischen Altenhof, Weißer Gasse und der Balduinbrücke, in Nord-Süd-Richtung verlaufend. 1356 „Am Graben“, 1362 „Bei der Vairporze“ (bei der Fährpforte) genannt. Standort der Schießstände der Schützengesellschaft, deshalb auch „Schießgraben“. Im 18. Jahrhundert lag in diesem Bereich der kurfürstliche Marstall. Auf dem „Dilbecker-Plan“ von 1794 „An der Moselbrück“ genannt. Die Straße verlief einst auf unterschiedlichen Höhenniveaus. Während der westliche, schmalere Teil dem starken Geländegefälle direkt zur Mosel folgte, mündete der breitere, östliche Abschnitt in die Rampe der Balduinbrücke, deren Abschluss bis 1897 das Brückentor bildete. Obwohl die Bebauung der Straße 1944 fast vollständig zerstört wurde, blieb diese Rampe zunächst erhalten. Die Straße verlor erst in den 1960er Jahren endgültig ihren ursprünglichen Charakter, als man die Verbreiterung der Balduinbrücke und vor allem den Ausbau des Straßenzuges in Richtung Hohenfelder Straße vorbereitete. An historischer Substanz sind nur noch die Wohn- und Geschäftshäuser Nr. 7, 9 und 11 erhalten.
Die für die Häuser in der Straße „An der Moselbrücke“ angegebenen Maße wurden während der im Zuge der Altstadtsanierung durchgeführten Bestandsaufnahmen ermittelt. Da die Erneuerung der Gebäude noch nicht stattgefunden hat, sind die Werte auch heute noch gültig.
An der Moselbrücke 1
An der Moselbrücke l
Bemerkung: Der Bau gehört zum Wohn- und Bürohaus Münzplatz 9. Siehe dort.1
Quellen: Hausakten der Sanierungsstelle.
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1 Die für die Häuser in der Straße „An der Moselbrücke” angegebenen Maße wurden während der im Zuge der Altstadtsanierung durchgeführten Bestandsaufnahmen ermittelt. Da die Erneuerung der Gebäude noch nicht stattgefunden hat, sind die Werte auch heute gültig.
An der Moselbrücke 3
Grundstücksgröße: 119,80 qm
Bebaute Fläche: 110,24 qm
Bemerkung: Das im Krieg zerstörte Gebäude wurde 1964/65 einschließlich des Kellers durch ein modernes Wohn- und Geschäftshaus ersetzt.
Quellen: Hausakten der Sanierungsstelle; Akten der Bauaufsicht.
An der Moselbrücke 5
Grundstücksgröße: 121,00 qm
Bebaute Fläche: 111,80 qm
Geschichte: Das Haus wurde im Krieg schwer beschädigt. Beim Wiederaufbau 1954 integrierte man die alten Fundamente und das Kellermauerwerk in den fünfgeschossigen, dreiachsigen Neubau mit Satteldach und drei Dachhäuschen.
Quelle: Akten der Bauaufsicht.
An der Moselbrücke 7
Baujahr: 1889.
Grundstücksgröße: 102 qm
Bebaute Fläche: 95,80 qm
Geschichte: Das Gebäude wurde zwischen 1889 und 1891 vom Zimmermeister und Bauunter-nehmer Peter Friedhofen geplant und ausgeführt. Die aus den Originalplänen ersichtliche Fassadengestaltung weicht erheblich von der heutigen Gestalt des Baus ab. Diese Differenzen sind darauf zurückzuführen, dass die Koblenzer Baugenehmigungsbehörde besonderen Wert auf die Ausführung der konstruktiven Elemente und die statischen Berechnungen gelegt hat. Bei der künstlerischen Ausgestaltung der Fassade scheint der Bauherr gewisse Freiheiten gehabt zu haben. Die Neuanfertigung von Plänen war wohl nicht nötig. Die endgültige Entscheidung über die Zulässigkeit der gestalterischen Elemente fiel schließlich bei den Bau-abnahmen. Das Gebäude „An der Moselbrücke 7″ brannte im zweiten Weltkrieg teilweise aus. Damals wurden Dach und Giebel zerstört. Der Wiederaufbau begann bereits 1946. Die historische Fassade ist auch heute noch erhalten. Aus den im Stadtarchiv vorhandenen Bauak-ten geht hervor, dass die Häuser „An der Moselbrücke” 7, 9 und 11 auch heute noch eine konstruktive Einheit bilden.
Konstruktion: Das Außenmauerwerk besteht aus verklinkerten Ziegelsteinen, die Fassade ist als Sichtmauerwerk in verschiedenen Farben mit Stuckornamenten ausgeführt. Die Mau-erstärken betragen zwischen 20 und 65 cm. Die Trennwände bestehen aus Ziegeln mit beidseitigem Verputz (Stärke = 15 cm). Die Kellerwände wurden in Bruchstein ausgeführt.
Decken: Die Kellerdecken bestehen aus Bims-Fertigteildecken mit Stahlprofilen. In den Ge-schossen wurden Holzbalkendecken mit Einschüben und Füllungen eingezogen. Beschreibung: Traufständiges, viergeschossiges und dreiachsiges1 Wohn- und Geschäftsgebäude mit schiefergedecktem Satteldach und drei Dachhäuschen (in Verlängerung der Achsen). Die Fassade ist durch profilierte Sohlbankgesimse und ein auskragendes Traufgesims gegliedert. Das Erdgeschoss wird durch rustizierte Eckpilaster und zwei gusseiserne, kannelierte Stützen betont. Der Bau besitzt zwei Schaufenster und zwei Eingänge. Die Viereckfenster haben profilierte, knospen- und diamantquaderbesetzte Rahmungen, die zusätzlich mit „Eckohren” versehen sind. Die segmentbogigen Ver-dachungen im ersten Obergeschoss sind mit Stuckornamenten (Pflanzen und Frauenköpfe) ausgestattet. Die beiden segmentbogigen und die dreieckige Fensterverdachung im zweiten
Obergeschoss wurden einfach gestaltet. Dort findet man außerdem oberhalb des linken Fen-sters eine Frauenkopfplastik. In dieser Etage sind die Felder unterhalb der segmentbogigen Verdachungen ebenfalls mit pflanzlichen Verzierungen versehen. Die Fassade wurde im Sin-ne der deutschen Neorenaissance gestaltet.
Geschossflächen:
• Kellergeschoss 78,80 qm;
• Erdgeschoss 95,80 qm;
• 1. bis 3. Obergeschoss 82,1 qm;
• Dachgeschoss 80,80 qm.
Wohnflächen:
• Kellergeschoss 53,99 qm;
• Erdgeschoss 58,93 qm;
• Zwischengeschoss 51,14 qm;
• 1. Obergeschoss 51,14 qm;
• 2. Obergeschoss 52,65 qm;
• 3. Obergeschoss 53,43 qm;
• Dachgeschoss 50,83 qm.
Geschosshöhen:
• Keller 2,55 m;
• Erdgeschoss 3,58 m;
• 1. Obergeschoss (einschließlich Zwischengeschoss) 4,98 m;
• 1. Obergeschoss 3,40 m;
• 2. Obergeschoss 3,37 m;
• 3. Obergeschoss 3,35 m; Dachgeschoss 2,92 m;
• Dach 2,80 m.
Bemerkung: Das Äußere der Gebäude „An der Moselbrücke” 7 bis 11 wurde im Sinne der deutschen und italienischen Neorenaissance gestaltet. Die Verwendung von Frauen- und Männerkopfplastiken nimmt – wie beim Haus Eltzerhofstraß 6 – Schmuckformen des Jugendstils vorweg.
Quellen: Hausakten der Sanierungsstelle; Akten der Bauaufsicht; Akten des Kulturamtes; StAK, Fach 21.
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Anmerkung:
1 Die linke Achse bildet einen schwach ausgebildeten Risalit.
An der Moselbrücke 9
Grundstücksgröße: 99 qm
Bebaute Fläche: 97,20 qm
Geschichte: Das Gebäude wurde zwischen 1889 und 1891 vom Zimmermeister und Bauunter-nehmer Peter Friedhofen geplant und ausgeführt. Bomben zerstörten Dachgeschoss und drittes Obergeschoss. Beim Wiederaufbau des Gebäudes zwischen 1952 und 1957 waren sämtliche Außenwände und die Schornsteine erhalten. Der Bau hat auch heute – mit Ausnahme des Erdgeschosses und des Dachbereiches – noch sein ursprüngliches Aussehen. Konstruktion: Das Außenmauerwerk besteht aus Ziegeln (Dicke = 80 cm), die Fassade ist verklinkert und zusätzlich mit Stuckornamenten versehen. Die Trennwände bestehen aus Fachwerkkonstruktionen mit Schwemmsteinausmauerung und beidseitigem Verputz (Dicke = 15 cm).1
Decken: Holzbalkendecken mit Einschüben und Füllungen.
Beschreibung: Traufständiges, viergeschossiges und dreiachsiges Wohn- und Geschäftsgebäude mit schiefergedecktem Satteldach und neuerer, zweifenstriger Gaube. Im Erdgeschoss befinden sich zwei Eingänge und ein neuerer Ladeneinbau. Die rustikale Eckquaderung ist dort original erhalten. Die Geschosse sind durch profilierte Sohlbankgesimse optisch voneinander getrennt. Das auskragende Traufgesims ruht auf wuchtigen Eckkonsolen, die unter anderem mit Fruchtgehängen verziert sind. Die Hausecken des ersten Obergeschosses sind diamantquaderbesetzt, während die beiden anderen Oberge-schosse mit horizontalen Putzbändern ausgestattet wurden. Die Viereckfenster haben pro-filierte, diamantierte Gewände. In den Brüstungsfeldern des zweiten Obergeschosses befinden sich segmentbogige Ornamentfelder mit Akanthusblättern, Rankenwerk und Frauenkopfplastiken. Die Fenster in dieser Etage haben Dreiecksgiebel mit stilisierten Voluten als Verdachungen. Unterhalb dieser Verdachungen findet man Frauen- und Männerkopfplastiken. Die Fassade wurde im Sinne der deutschen Neorenaissance gestaltet.
Geschossflächen:
• Erdgeschoss 97,20 qm;
• 1. bis 3. Obergeschoss 81,2 qm;
• Dachgeschoss 79,60 qm;
• Dachgeschoss (nicht ausgebaut) 50,90 qm.
Wohnflächen:
• Erdgeschoss 73,75 qm;
• 1. Obergeschoss 51,96 qm;
• 2. Obergeschoss 53,88 qm;
• 3. Obergeschoss 54,40 qm;
• Dachgeschoss 54,59 qm.
Geschosshöhen:
• Erdgeschoss (einschließlich Zwischengeschoss) 4,80 m;
• 1. Obergeschoss 3,40 m;
• 2. Obergeschoss 3,38 m;
• 3. Obergeschoss 3,42 m;
• Dachgeschoss 2,56 m;
• Dach 2,85 m.
Quellen: Akten der Bauaufsicht; Akten des Kulturamtes; Hausakten der Sanierungsstelle; StAK, Fach 21.
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Anmerkung:
1 Der Keller wurde im Zuge der Bestandsaufnahmen der Sanierungsstelle nicht untersucht.
An der Moselbrücke 11
Alte Hausnummer (Vorgängerbau): 2
Grundstücksgröße: 115 qm
Bebaute Fläche: 89,7 qm
Geschichte: Das Gebäude wurde zwischen 1889 und 1891 vom Zimmermeister und Bauunter-nehmer Peter Friedhofen geplant und ausgeführt. Der Bau hat mit Ausnahme des Daches – sein ursprüngliches Aussehen behalten. Konstruktion: Das Mauerwerk in den beiden Kellergeschossen besteht aus Bruchstein (an der Straßenseite Stärke = 80-90 cm, sonst 30-40 cm). In den anderen Etagen wurde das Außenmauerwerk aus massiven Ziegeln hergestellt. Die Außenseite ist als Sichtmauerwerk in verschiedenen Farben ausgeführt und mit Holz- und Stuckelementen verziert (Stärke = 80 cm). Die Trennwände in den einzelnen Geschossen sind durchweg als Fachwerkkonstruktionen mit Schwemmsteinausmauerung errichtet worden (Dicke =15 cm).
Decken: Im Keller Bruchsteingewölbe mit oberseitigem Stahlbetonverguss noch erhalten. In den Geschossen darüber sind Holzbalkendecken mit Einschüben und Füllungen vorhanden.
Beschreibung: Viergeschossiges Wohn- und Geschäftsgebäude (Gastwirtschaft). Das Eckhaus hat „An der Moselbrücke” zwei und am Altenhof fünf Achsen. Es besitzt ein flaches, abgewalmtes Satteldach. Die Fassade ist durch profilierte Gesims1 und Putzbänder gegliedert.
Das Erdgeschoss wird durch rustizierte Pilaster und kannelierte Vierecksäulen betont. In den Sturzfeldern oberhalb der Schaufenster fallen pflanzliche Ornamente besonders auf. Die Fen-ster im ersten Obergeschoss haben zum Teil kunstvoll geschnitzte hölzerne seitliche Gewän-destäbe und ebensolche Oberlichter. Die Viereckfenster in den Obergeschossen sind mit pro-filierten, diamantierten Gewänden und Eckohren ausgestattet. Im Brüstungsbereich der Fen-ster des zweiten Obergeschosses sind die segmentbogigen Ornamentfelder mit pflanzlichen Verzierungen und stuckierten Frauenköpfen deutlich zu erkennen. Die Fenster in dieser Etage sind mit segmentbogigen Verdachungen versehen. Unterhalb dieser Verdachungen wurden weitere pflanzliche Verzierungen und eine Frauenkopfplastik angebracht. An der abgeschräg-ten, einachsigen Hausecke befinden sich drei Balkone mit schmiedeeisernen Gittern, die auf stuckierten Konsolen lagern. Die Fassade wurde im Sinne der deutschen Neorenaissance gestaltet.
Geschossflächen:
• 1. Kellergeschoss nicht aufgemessen;
• 2. Kellergeschoss 73,7 qm;
• Erdgeschoss bis 3. Obergeschoss 89,70 qm.
• Das Dachgeschoss ist nicht ausgebaut.
Wohnflächen:
• 1. Kellergeschoss 29,30 qm;
• 2. Kellergeschoss 49,44 qm;
• Erdgeschoss 65,17 qm;
• 1. Obergeschoss 73,34 qm;
• 2. Obergeschoss 72,62 qm;
• 3. Obergeschoss 73,79 qm.
Geschosshöhen:
• 2. Kellergeschoss 2,80 m;
• Erdgeschoss bis einschließlich 3. Obergeschoss insgesamt 15,80 m;
• Treppenhauskopf 1,95 m;
• Dachgeschoss (nicht ausgebaut) 1,27 m.
Quellen: Hausakten der Sanierungsstelle; Akten des Kulturamtes; StaK, Fach 21; StAK, Best. 623, Nr. 9337: Reparaturen im Dachbereich (1931-1942).
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1 Im Erdgeschoss eierstabverziertes Stockgesims, in den Obergeschossen profilierte Sohlbankgesimse und im Dachbereich schwach ausgeprägtes Traufgesims.

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