Münzplatz
Platz im östlichen Abschnitt des spätantik-frühmittelalterlichen Stadtkerns zwischen Altenhof und Burgstraße. Seine heutige Gestalt erhielt der Münzplatz erst im 19. und frühen 20. Jahrhundert. Die Platzfläche ist nach der kurfürstlichen Münze benannt, die sich seit den 1670er-Jahren am Eingang der ehemaligen Judengasse (heute Münzstraße) befand und weite Teile des heutigen Platzes einnahm. Die Anlage bestand aus mehreren Gebäuden, die jedoch von der französischen Verwaltung 1806 versteigert und anschließend schrittweise abgebrochen wurden. Heute ist nur noch das 1763 neu erbaute Haus des Münzmeisters erhalten (heute Münzstraße 1). Das freigewordene Areal diente der Einrichtung des neuen Gemüsemarktes. 1823 wurde die Platzfläche noch einmal erweitert. Damals wurden die Gärten des Metternicher Hofes aufgegeben. 1910/11 verlieh der Koblenzer Architekt Conrad Reich der Nordseite des Münzplatzes und der Südseite der Burgstraße ein neues Gesicht. Auch am Münzplatz gab es 1944 schwere Schäden, vor allem auf West- und Südsete.
Münzplatz 1
Bemerkung: siehe auch unter Marktstraße 11–13. Das dreigeschossige Wohnhaus wurde zwi-schen 1952 und 1954 auf den alten Kellergewölben neu errichtet. Vor dem Krieg stand auf dem Grundstück das Haus „Zum Rosenbaum”. Ein Teil der insgesamt elf Keller ist auch heute noch mit Segmentbogentonnen ausgestattet.
Quellen: Hausakten der Sanierungsstelle.
Münzplatz 3
Münzplatz 3
Siehe Altenhof 10–12
Münzplatz 4
Siehe Altenhof 14
Münzplatz 6
Grundstücksgröße: 244 qm
Bebaute Fläche: 242,43 qm
Bemerkung: Das viergeschossige, mit einem Satteldach versehene Eckgebäude auf der west-lichen Seite des Münzplatzes wurde 1969 fertigstellt (der Wiederaufbau auf dem Trümmer-grundstück begann bereits 1958). Auch der Keller ist neueren Ursprungs.
Quellen: Akten der Bauaufsicht; Hausakten der Sanierungsstelle; StAK, Best. 623, Nr. 9327: Instandsetzungsdarlehen für den Vorgängerbau (1927–1939).
Münzplatz 7/8
Alte Hausnummer: 46
Der frühere Metternicher Hof (Münzplatz 7/8).
Ehemaliger Metternicher Hof. Heute dient das Haus als Jugendbegegnungsstätte und als Ge-bäude für Sonderausstellungen. Informationen über geschichtliche und kunsthistorische Details bringen: Michel, Kunstdenkmäler, S. 196–200, Denkmaltopographie Koblenz-Innenstadt, S. 172.
Münzplatz 9
Grundstücksgröße: 391 qm
Bebaute Fläche: 361,46 qm
Bemerkung: Der Bau des viergeschossigen, dreiachsigen und mit einem Satteldach gedeckten Gebäudes begann 1954. Sechs Jahre später erfolgte der Ausbau des Dachgeschosses. Schließlich errichtete man 1964 das Gebäude An der Moselbrücke l (mit Flachdach), das heu-te ebenfalls zu diesem Wohn- und Bürokomplex gehört. Die Anlage hat einen neuen zweige-schossigen Keller.
Quellen: Hausakten der Sanierungsstelle; Akten der Bauaufsicht.
Münzplatz 10
Bemerkung: Das im Krieg völlig zerstörte Haus wurde auf den vorhandenen Fundamenten 1951 neu aufgebaut.
Quellen: Akten der Bauaufsicht.
Münzplatz 11/13
Bemerkung: An dieser Stelle des Münzplatzes befand sich vor dem Krieg das Haus der Frei-maurerloge. An seiner Stelle wurde 1950 ein Kino errichtet. Dieses Gebäude wurde ab Ende der 90er-Jahre durch ein neue Wohn- und Geschäftshaus ersetzt.
Quellen: Akten der Bauaufsicht.
Münzplatz 14/15
Geschichte: Im Dezember 1909 reichte der Koblenzer Architekt Conrad Reich Pläne zur Er-richtung von einheitlich gestalteten Gebäuden zwischen Münzplatz, Paradies und Burgstraße ein. Die einzelnen Genehmigungen zur Ausführung der Bauten erhielt Reich ab Januar 1910. Zwischen Oktober 1910 und Januar 1911 waren die Häuser im Rohbau fertiggestellt, im Fe-bruar/März 1911 erfolgte die Schlussabnahme. Durch Bomben- und Luftdruckeinwirkung wurden ein Treppenhaus, hofseitige Umfassungsmauern und das Innere des Gebäudes beschä-digt.
Konstruktion: Massivbau mit Putzfassade. Bei der Errichtung des Baukörpers hat man die In-nenwände teilweise als Fachwerkkonstruktionen ausgeführt.
Beschreibung: In dem am Münzplatz gelegenen, im Sinne des Traditionalismus gestalteten Baukörper sind vier Häuser unter einer einheitlichen Fassade vereinigt. Ein zweiseitig abge-walmtes Mansarddach mit insgesamt 16 Dachhäuschen (in Verlängerung der Fensterachsen) bekrönt die Anlage. Jedes einzelne Gebäude hat vier Achsen. Der bauliche Zusammenhang wird durch einen Laubengang mit insgesamt zwölf Bögen betont. Mit Ausnahme des Erdgeschosses ist die gesamte Fassade verputzt. Schwach ausgeprägte Lisenen und Gesimse oberhalb des Erdgeschosses und des zweiten Obergeschosses sowie ein Traufgesims gliedern die Wohn- und Geschäftsbauten. Die Fenster des ersten und zweiten Obergeschosses werden durch Putzgesimse und -gewände betont. In den Feldern zwischen beiden Etagen hat man goldfarbene Namensinschriften angebracht. Die Verbindung mit den ebenfalls von Conrad Reich entworfenen Gebäuden im Paradies und in der Burgstraße stellt ein Torbau her. An dessen Rückseite befindet sich ein stark beschädigtes Jugendstil-Secco des Malers William Sträube.
Grundstücksgröße Haus l (von links nach rechts): 141,16 qm.1
Grundstücksgröße Haus 2: 182,49 qm.
Grundstücksgröße Haus 3: 172,82 qm.
Grundstücksgröße Haus 4: 175,43 qm.
Bebaute Fläche Haus 1: 122,79 qm.
Bebaute Fläche Haus 2: 112,93 qm (+ Nebenbauten).
Bebaute Fläche Haus 3: 112,93 qm (+ Nebenbauten) .
Bebaute Fläche Haus 4: 153,03 qm (+ Nebenbauten).
Länge der Straßenfront Torbau: 9,00 m.
Länge der Straßenfront Haus 1: 10,49 m.
Länge der Straßenfront Haus 2: 9,96 m.
Länge der Straßenfront Haus 3: 9,96 m.
Länge der Straßenfront Haus 4: 10,59 m.
Maximale Tiefe des Baukörpers (ohne Innenhöfe und Nebenbauten): 16,60 m. Geschosshöhen:
• Keller 2,40 m;
• Erdgeschoss 4,00 m;
• 1. und 2. Obergeschoss 3,30 m;
• 3. Obergeschoss 3,00 m;
• Dachgeschoss 2,80 m;
• Dach 4,60 m.
Grundriss (laut Originalplan): Typ E.
Bemerkung: Mit der Aufnahme von Gestaltungselementen der Barockzeit (Lauben, Man-sarddach) gehören die Gebäude – wie auch die Häuser Burgstraße 4 bis 8 – zu den Bauten des Architekten Conrad Reich, die im Sinne der Heimatschutzbewegung ausgeführt wurden.
Quelle: Akten der Bauaufsicht; StAK, Fach 87; Hinze, Sträube, S. 59.
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Anmerkung:
1 Die im folgenden angegebenen Werte beziehen sich auf die Originalpläne des Architekten Conrad Reich.

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